Letztes Update am Mo, 19.11.2018 09:23

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankreich

Paris hält trotz Massenprotesten an höherer Treibstoffsteuer fest

Die Protestbewegung der „Gelben Warnwesten“ richtete sich gegen das Vorhaben der französischen Regierung, die Steuern für Autofahrer im kommenden Jahr weiter zu erhöhen. 290.000 Menschen protestierten landesweit, die Regierung will ihren Kurs aber halten.

290.000 Menschen waren in Frankreich am Samstag auf die Barrikaden gegangen.

© AFP290.000 Menschen waren in Frankreich am Samstag auf die Barrikaden gegangen.



Paris – Die französische Regierung will trotz Massenprotesten an der höheren Treibstoffsteuer festhalten. Die Regierung habe „die Wut“ und „das Leid, die Perspektivlosigkeit“ erkannt, ihr Kurs sei aber „gut und wir werden ihn halten“, sagte Premierminister Edouard Philippe am Sonntagabend im Fernsehsender France 2 zu den Protestaktionen der Bewegung „Gelbe Warnwesten“.

Die Regierung könne ihren Kurs aber „zweifellos sehr viel besser erklären“, fügte Philippe hinzu. Am Samstag waren nach Angaben des Innenministeriums fast 290.000 Menschen auf die Straße gegangen. Landesweit gab es mehr als 2000 Demonstrationen. Am Sonntag setzten sich die Proteste teilweise fort, Medienberichten zufolge demonstrierten an rund 150 Orten rund 40.000 Menschen.

Eine Demonstrantin überfahren

Überschattet wurden die Proteste am Samstag vom Tod einer Demonstrantin. Eine Autofahrerin überfuhr die 63-Jährige an einer Straßenblockade im Departement Savoie im Osten des Landes.

Die Protestbewegung der „Gelben Warnwesten“ richtet sich gegen das Vorhaben der Regierung von Staatschef Emmanuel Macron, die Steuern für Autofahrer im kommenden Jahr weiter zu erhöhen. Geplant ist unter anderem eine Anhebung der Abgaben auf Diesel und Benzin. Ein Liter Superbenzin kostet in Frankreich derzeit rund zwei Euro. (APA/AFP)