Letztes Update am Mo, 19.11.2018 12:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Kramp-Karrenbauer bei „Kanzlerfrage“ vor Merz und Spahn

In Umfragen hat die Merkel-Vertraute gegenüber der parteiinternen Konkurrenz die Nase vorne. Sie würde deutlich mehr Stimmen erhalten als Friedrich Merz und Jens Spahn.

© dpaAnnegret Kramp-Karrenbauer (Mitte) neben Friedrich Merz (l.) und Jens Spahn (r.).



Berlin – Die Generalsekretärin der deutschen Christdemokraten, Annegret Kramp-Karrenbauer, schneidet bei der sogenannten Kanzlerfrage laut einer Umfrage deutlich besser ab als ihre Konkurrenten für den Parteivorsitz.

Nach dem RTL/n-tv-Trendbarometer des Meinungsforschungsinstituts Forsa käme Kramp-Karrenbauer im theoretischen Fall einer Direktwahl des deutschen Bundeskanzlers auf deutlich bessere Werte als Friedrich Merz und Jens Spahn. Sie steht in den am Montag veröffentlichten Ergebnissen ähnlich gut da wie Bundeskanzlerin Angela Merkel.

„Wenn Merkels Nachfolge als CDU-Chefin nach der Popularität der Kandidaten geregelt würde, wäre Kramp-Karrenbauer derzeit klare Favoritin“, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner der Mediengruppe RTL. Würde Kramp-Karrenbauer bei einer Direktwahl gegen SPD-Vizekanzler Olaf Scholz antreten, käme sie demnach auf 41 Prozent - das wären 15 Prozentpunkte mehr als Scholz. Gegen SPD-Chefin Andrea Nahles würde die frühere Ministerpräsidentin des Saarlands sogar 48 Prozent abräumen, Nahles käme nur auf 15 Prozent.

Merz und Spahn würden gegen Scholz verlieren

Zum Vergleich: Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz würde laut der Umfrage gegen Scholz den Kürzeren ziehen, mit 32 gegen 36 Prozent. Gesundheitsminister Jens Spahn käme gegen Scholz nur auf 14 Prozent, der SPD-Politiker hätte bei dem Duell mit 32 Prozent die Nase vorn.

Der Bundeskanzler wird in Deutschland nicht direkt gewählt, sondern vom Bundestag – entscheidend ist also das Wahlergebnis der Parteien.

Forsa-Chef Güllner wies aber darauf hin, dass die Kanzlerkandidaten von großer Bedeutung für die Wahlentscheidung der Bürger seien. „Deshalb sind die Werte der Kanzlerpräferenzen ein wichtiger Indikator für die Chancen der Parteien“, sagte er laut Pressemitteilung.

Abstimmung am 7. Dezember

Merkel kandidiert nicht erneut als CDU-Parteivorsitzende. Um ihre Nachfolge bewerben sich neben Kramp-Karrenbauer, Merz und Spahn noch mehrere weniger bekannte Kandidaten. Entschieden wird auf einem Parteitag am 7. Dezember.

Forsa hat für das Trendbarometer im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 12. bis 16. November 2.503 Personen befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten. (APA/dpa)


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