Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 24.11.2018


Grenzkontrollen

500 bayerische Grenzpolizisten für neun Migranten

Bei unmittelbaren Grenzkontrollen wurden in rund fünf Monaten nur neun Migranten aufgegriffen.

© APA/dpa/Lino Mirgeler



München – Die neu geschaffene bayerische Grenzpolizei hat bei ihren unmittelbaren Grenzkontrollen in rund fünf Monaten neun Migranten aufgegriffen und an die deutsche Bundespolizei übergeben. Das teilte die Bundespolizeidirektion München auf dpa-Anfrage mit.

Die direkten Kontrollen seien nur ein kleiner Teil der Aufgaben der Grenzpolizei, betonte das bayerische Innenministerium dazu. Insgesamt zeigten laut Ministerium Grenzpolizisten zwischen Juli und Ende September 203 unerlaubte Einreisen an, viele aber bei der Schleierfahndung im Hinterland. Und dort hat die bayerische Polizei schon bislang kontrolliert. Neben dem Kampf gegen Schlepper und illegale Einreisen sei ein wichtiges Ziel der Grenzpolizei, Drogenhändler, Waffenschmuggler und andere Kriminelle möglichst nahe der Grenze aus dem Verkehr zu ziehen, hieß es in München.

Seit Juli sind etwa 500 Beamte der Landespolizei, die vorher eben für die Schleierfahndung im Hinterland zuständig waren, als Grenzpolizisten im Einsatz. Deren Einsätze müssen aber mit der Bundespolizei abgestimmt werden, weil der deutsche Grenzschutz Bundessache ist.

Die bayerische Opposition kritisiert dementsprechend die Landespolizisten an der Grenze. Aufwand und Nutzen stünden in keinem Verhältnis. Die Beamten würden dringend woanders gebraucht, meinte der bayerische SPD-Fraktionschef Horst Arnold. Und Grünen-Chefin Katharina Schulze fordert grundsätzlich ein Ende der Kontrollen an den Grenzen. (TT, dpa)