Letztes Update am So, 06.01.2019 14:20

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Cyberangriff

Deutscher Datenklau: Seehofer will erst am Freitag davon erfahren haben

Es müsse schnell und genau aufgeklärt werden, „welche Behörde wann was gewusst hat und wie darauf reagiert wurde“, erklärte die SPD-Spitze angesichts des Datenklaus bei mehreren hundert deutschen Politikern.

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Berlin – Nach dem Datenklau bei mehreren hundert Politikern und Prominenten in Deutschland nimmt die SPD Innenminister Horst Seehofer (CSU) ins Visier. Es müsse schnell und genau aufgeklärt werden, „welche Behörde wann was gewusst hat und wie darauf reagiert wurde“, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil den Zeitungen der Funke-Mediengruppe laut Vorabbericht vom Sonntag. „Für Horst Seehofer sollte das Priorität haben. Es geht um den Schutz unserer Demokratie.“

Seehofer hatte am Freitag erklärt, es deute vieles darauf hin, „dass Daten durch die missbräuchliche Nutzung von Zugangsdaten zu Clouddiensten, zu E-Mail-Accounts oder zu sozialen Netzwerken erlangt wurden“. Es gebe aber keine Indizien dafür, dass Systeme des Bundestages oder der Bundesregierung „kompromittiert worden sind“.

Erst am Freitag von Datenklau erfahren

Der deutsche Innenminister hat nach eigenen Angaben erst am Freitagvormittag von dem Datenklau bei Hunderten Politikern und zahlreichen Prominenten erfahren. „Vorher: Null“, sagte der CSU-Politiker der Süddeutschen Zeitung laut Vorausbericht am Sonntag.

Seither habe es eine ganze Serie von ihm angestoßener Gespräche zur Aufklärung des Falles gegeben. Am Montag werde er sich mit den Präsidenten des für IT-Sicherheit zuständigen Bundesamtes (BSI) und des Bundeskriminalamtes zusammensetzen. Er rechne damit, die Öffentlichkeit „spätestens Mitte der Woche ausführlich zu informieren“.

Am Freitag war bekanntgeworden, dass personenbezogene Daten wie Mobilfunknummern und E-Mail-Adressen, aber auch Chats und private Fotos deutscher Politiker und anderer Prominenter im Internet verbreitet worden waren. Vor allem das BSI sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, dass die Behörde erst spät auf die über einen Twitter-Account im Internet vor Weihnachten angelaufene unbefugte Veröffentlichung aufmerksam geworden war. Bisher ist nicht bekannt, ob der Urheber durch das Eindringen in Computernetze an die Daten gelangte. (APA/Reuters)