Letztes Update am Mi, 30.01.2019 18:31

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Flüchtlingspolitik

Einigung für Umverteilung: Sea Watch-Migranten landen in Catania

Die 47 Migranten an Bord des vor der Küste Sizilien blockierten NGO-Rettungsschiffes „Sea Watch 3“ dürfen in der sizilianischen Stadt Catania an Land gehen. Danach soll ihre Umverteilung beginnen.

Ein Schiff der Hilfsorganisation Sea Watch (Archivfoto).

© imago stock&peopleEin Schiff der Hilfsorganisation Sea Watch (Archivfoto).



Rom – Die lange Reise der 47 Migranten an Bord des Rettungsschiffes „Sea-Watch 3“ ist fast zu Ende. Das Schiff, das tagelang vor der sizilianischen Stadt Syracus blockiert war, nahm am Mittwochnachmittag die Fahrt in Richtung Catania auf, wo die Migranten landen sollen.

In Catania befindet sich unter anderem eine Einrichtung für jugendliche Migranten. Hier sollen die 13 Minderjährige an Bord des Schiffes untergebracht werden, verlautete aus dem Innenministerium in Rom am Mittwoch.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini erklärte, er werde den Zugang zu Italiens nationalen Gewässern einschränken. Damit will er verhindern, dass sich NGO-Rettungsschiffen der italienischen Küste nähern.

Sieben europäische Staaten – Italien, Deutschland, Malta, Frankreich, Portugal, Rumänien und Luxemburg - werden sich an der Aufnahme der Migranten beteiligen, erklärte der italienische Premier Giuseppe Conte am Mittwoch in Mailand. Die Hilfsorganisation Sea Watch hatte die 47 Migranten vor der libyschen Küste von einem Schlauchboot an Bord genommen. Die Regierung Conte hatte dem Schiff jedoch einmal mehr die Einfahrt in italienische Häfen verweigert.

„Jeder muss die Regeln respektieren“

Der maltesische Premier Joseph Muscat bestätigte, dass Malta einige Migranten aufnehmen werde. Zugleich forderte er die Hilfsorganisationen auf, die Regeln zu respektieren. „Jeder muss die Regeln respektieren, die NGO müssen Verantwortung zeigen“, sagte Muscat bei einem Besuch auf Sardinien am Mittwoch.

EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani meinte, eine Reform des Dubliner Asylsystems sei dringend notwendig, um weitere Fälle wie jene der „Sea-Watch 3“ zu vermeiden. Zugleich rief Tajani die EU zu einem „Marshall-Plan“ zur Förderung des Wirtschaftswachstums afrikanischer Länder auf. Der Vizepräsident der EU-Kommission Frans Timmermans meinte, Europa müsse „Solidarität mit den Flüchtlingen“ mit einer Reform des Dubliner Asylsystems verbinden.

Der Präsident der deutschen NGO Sea Watch, Johannes Bayer, begrüßte das Abkommen zur Umverteilung der Migranten an Bord des Rettungsschiffes. „Wir sind glücklich, dass der Leidensweg unserer Gäste zu Ende geht, doch heute bleibt ein schandhafter Tag für Europa. Menschenrechte sollten nicht Gegenstand von Verhandlungen sein“, sagte Bayer. (APA)


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