Letztes Update am Do, 31.01.2019 17:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sea Watch

Salvini will NGOs Zugang zu Italiens Gewässern verbieten

Salvini will die italienischen Gewässer für „unerwünschte Schiffe wie jene der NGOs dicht machen“. Das UN-Flüchtlingswerk UNHCR verteidigt die Rolle von Helfern im Mittelmeer.

Gerettete Migranten auf der "Sea Watch 3"

© AFPGerettete Migranten auf der "Sea Watch 3"



Rom – Nach der Landung von 47 Migranten an Bord der „Sea-Watch 3“ will der italienische Innenminister Matteo Salvini NGO-Schiffen den Zugang zu italienischen Gewässern komplett versperren. „Wir arbeiten, um das Problem definitiv zu lösen, indem wir Italiens nationale Gewässer unerwünschten Schiffen wie jenen der NGOs dicht machen“, so Salvini auf Twitter.

„Während andere reden, beharren wir auf unserer strengen Linie. Wir haben unser Ziel erreicht“, so der Innenminister. Insgesamt acht Ländern hätten sich zur Aufnahme der Migranten bereit erklärt. Italien werde einen einzigen von den 47 gelandeten Migranten aufnehmen. „Zu den Zeiten der Mitte-links-Vorgängerregierung nahm Italien ohne zu protestieren alle Migranten auf“, kommentierte Salvini, Gast bei der von RAI 1 gesendeten Polit-Show „Porta a Porta“ am Donnerstag.

Der Kapitän und die Crew der „Sea-Watch 3“ versicherten im Gespräch mit den italienischen Justizbehörden indes, dass sie sich stets an das internationale Seerecht gehalten hätten. Der Staatsanwalt habe ihnen nichts vorwerfen können, so Mitarbeiter der NGO. Dies wurde von Salvini bestritten. „Ich habe erfahren, dass mehrere Unregelmäßigkeiten bei der Sea-Watch festgestellt wurden. Bei hohen Wellen hat das Schiff die Migranten nicht nach Tunesien, sondern nach Sizilien geführt. Das ist zumindest seltsam“, erklärte Salvini.

Das UN-Flüchtlingswerk UNHCR betonte, dass NGOs eine „lebenswichtige Rolle“ zur Rettung der Migranten spielen würden. Die Seerettung sei eine absolute Pflicht. Das UN-Flüchtlingswerk urgierte die Schaffung eines europäischen Systems zur Migrantenrettung mit klaren Regeln. (APA)