Letztes Update am Mo, 11.03.2019 17:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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EU will Arzneimittel-Rückstände im Wasser eindämmen

Durch Ausscheidungen von Menschen und Tieren gelangen Arzneimittelrückstände in Seen und Co. Die EU-Kommission will dem nun besser entgegenwirken.

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Brüssel – Blutdrucksenker im Badesee, mit Schmerzmitteln vergiftete Fische: Um Arzneimittelrückstände in der Umwelt einzudämmen, hat die EU-Kommission am Montag eine neue Strategie vorgelegt. Hauptziele sind, den sorgfältigen Umgang mit Medikamenten zu fördern, weniger umweltschädliche Mittel schneller zu entwickeln, Arzneiabfälle zu reduzieren sowie Risiken und Umwelteinflüsse besser zu erforschen.

Hauptquelle sind nach Angaben der EU-Kommission Ausscheidungen von Menschen und Tieren, die über Abwasser und Dung in die Umwelt gelangen. Bisher seien die nachgewiesenen Konzentrationen meist sehr gering, so dass sie nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kein Risiko für Menschen darstellten, erklärte die Kommission. Doch müssten die Gefahren besser untersucht werden. Langfristig könnten Antibiotika in der Umwelt zum Beispiel zur Ausbreitung resistenter Keime beitragen. Auf Fische und andere Tiere könnten die Arzneirückstände toxisch wirken oder deren Fortpflanzung und Verhalten verändern.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßte, dass sich die EU-Kommission das Problem vornimmt. Da die Rückstände zunähmen, werde es auf die Dauer schwieriger, Trinkwasser zu liefern, das bedenkenlos ein Leben lang getrunken werden könne, warnte der VKU, in dem unter anderem Wasserwerke organisiert sind. Wichtig sei ein verantwortungsvoller Umgang mit Arzneimitteln, damit die Rückstände nicht mühsam herausgefiltert werden müssten. Der VKU schlägt unter anderem kleinere Arzneipackungen vor, damit weniger Abfälle entstehen. (dpa)