Letztes Update am Fr, 26.04.2019 17:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Wahl 2019

Weber: Großbritannien soll nicht mehr an Europawahl teilnehmen

Die Briten sollen noch vor der Wahl Klarheit über den Brexit schaffen und aus der EU austreten. Das wünscht sich EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber.

EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber.

© AFPEVP-Spitzenkandidat Manfred Weber.



Brüssel, London – Der Spitzenkandidat der europäischen Christdemokraten, Manfred Weber, hat Großbritannien zum Verzicht auf eine Teilnahme an der Europawahl aufgefordert. „Ein Land, das die EU verlassen will, sollte keinen maßgeblichen Anteil daran haben, die Zukunft der EU zu gestalten“, sagte der deutsche CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben).

„Es wäre gut, wenn die britische Politik schnell für Klarheit über den Brexit sorgen würde – und nicht mehr an der Europawahl teilnimmt“, fügte Weber hinzu. „Es treibt mich um, dass der Europa-Hasser Nigel Farage mit seiner Brexit-Partei in den britischen Umfragen führt. Das ist doch absurd.“

Weber will Kommissionschef werden

Weber unterstrich zugleich seine Ambitionen auf die Nachfolge von Jean-Claude Juncker als EU-Kommissionspräsident und warb um die Unterstützung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. „Ich habe mir die Ideen von Macron genau angeschaut, etwa zum Schutz der Außengrenzen. Die kann er eher mit den europäischen Christdemokraten umsetzen als mit Sozialdemokraten und Liberalen.“

„Wir sind Partner, die Lust auf Reformen in Europa haben“, sagte Weber. „Und wenn am Ende ein gewählter Abgeordneter an der Spitze der Kommission steht, ist das ein starkes Zeichen für mehr Demokratie in der EU.“

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Weber fordert Politiker statt „Bürokraten“

Der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) wies zudem Einwände zurück, es mangle ihm an Erfahrung. „Wir haben genug Bürokraten in Brüssel, wir brauchen mehr Politiker“, betonte Weber.

„Ich bin seit 15 Jahren Europapolitiker und seit fünf Jahren Fraktionschef. Ich kenne auch die portugiesischen, irischen oder lettischen Themen“, hob der CSU-Politiker hervor. „Es ist eine gute Vorbereitung für den Job, wenn man die Stimmungslagen in der EU kennt. Es tut Europa gut, wenn endlich Europapolitiker Verantwortung übernehmen.“ (APA/AFP)