Letztes Update am Mo, 27.05.2019 13:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Wahl 2019

Südtirol stellt weiterhin EU-Parlamentarier

Herbert Dorfmann zieht wieder ins Europaparlament ein. Die SVP konnte mit knapp 47 Prozent und 141.000 Listenstimmen ein besseres Ergebnis einfahren als bei der letzten EU-Wahl.

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Bozen – Die Südtiroler Volkspartei (SVP) hat sich bei der EU-Wahl mit Herbert Dorfmann auch in den kommenden fünf Jahren einen Abgeordneten im Europaparlament gesichert. Alle übrigen Südtiroler Kandidaten scheiterten an der Vier-Prozent-Hürde auf nationaler Ebene.

Die SVP konnte mit knapp 47 Prozent und 141.000 Listenstimmen ein besseres Ergebnis einfahren als bei der letzten EU-Wahl. Dorfmann erhielt 98.000 Vorzugsstimmen, 2014 erreichte er 92.000 Stimmen. Dorfmann musste – aufgrund eines Bündnisses mit der Partei Forza Italia – 50.000 Vorzugsstimmen holen, um den Sprung nach Brüssel zu schaffen. Zweitstärkste Kraft in Südtirol wurde die rechtspopulistische Lega, die auf regionaler Ebene knapp vor der SVP liegt.

Mit 62,8 Prozent war die Wahlbeteiligung in Südtirol höher als im Jahr 2014. „Wir sind die Südtiroler Europapartei“, betonte SVP-Parteiobmann Philipp Achammer bei einer Pressekonferenz am Montag. Es stelle sich nun die Frage, „was ist uns Europa wert“, meinte der Obmann, der gleichzeitig versicherte, dass man an Europa weiterbaue.

Als „guten Tag für die europäische Demokratie“ bezeichnete Herbert Dorfmann den Wahltag. Er wies auch darauf hin, dass in diesem Wahlkampf erstmals europäische Themen eine Rolle gespielt hätten. Bei den vergangenen Wahlkämpfen wären vorwiegend nationale Themen im Vordergrund gestanden.

„Südtirol hat ein klares Zeichen für ein geeintes Europa gesetzt“, freute sich Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP). Er wies vor allem darauf hin, dass Europa auf Werten basiere, die nicht überall auf der Welt eine Selbstverständlichkeit seien.

Die Grünen freuten sich über das gute Abschneiden der Bewegung in Österreich und in Deutschland, zeigten sich aber besorgt über einen Rechtsruck in Italien. Man habe das Wahlziel in Südtirol erreichen können und das Ergebnis von 2014 sogar leicht gesteigert, hieß es seitens der Grünen. Dennoch scheiterte die Partei, die in Südtirol 8,7 Prozent erreichte, auf nationaler Ebene an der Vier-Prozent-Hürde.

Erfreut über den Wahlausgang zeigte sich auch die Lega. Sie hat nicht nur auf nationaler Ebene gut abgeschnitten. Sie wurde in Südtirol mit 17,5 Prozent zweitstärkste Kraft hinter der SVP. In insgesamt fünf Gemeinden in und um Bozen konnte sie sogar die SVP überholen. (APA)