Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 16.06.2019


EU

Kanzlerin Bierlein baut auf ein vereintes Europa

Am letzten Tag des dreitägigen Europa-Forums auf Stift Göttweig kam es zum ersten „Europa-Auftritt“ von Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein.

Bundeskanzlerin Bierlein beim „Europa-Forum“.<span class="TS_Fotohinweis">Foto: APA/Wenzel</span>

© Bundeskanzlerin Bierlein beim „Europa-Forum“.Foto: APA/Wenzel



„Europa bleibt ein verlässlicher Partner für die Welt", so Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein bei ihrem ersten "Europa-Auftritt" auf Stift Göttweig. Nach der Europa-Wahl stünden der Union schwierige Herausforderungen bevor — die Bildung einer neuen EU-Kommission, der Brexit mit Großbritannien, Entscheidungen zur EU-Erweiterung. „Das vereinte Europa wird diese Fragen beantworten", ist die Bundeskanzlerin zuversichtlich. Bierlein vermerkte, wie sie mit Begeisterung vor 30 Jahren den Fall des Eisernen Vorhangs erlebte.

EU-Kommissar Hahn pochte auf die Stärke und das Selbstbewusstsein der EU: „Die Union hat immer bewiesen, dass sie aus Herausforderungen gestärkt hervorging." Wichtig sei hierbei der Multilateralismus, das bedeute, die gemeinsamen Regeln zu respektieren. Europa sei ein starker wirtschaftlicher Block, allerdings mit zwei Abhängigkeiten — im Energiebereich und in der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik. Hahn lobte die Entwicklung in Nordmazedonien, die beachtlichen ökonomischen Fortschritte ebenso wie die politische Führungsqualität. Eine EU-Mitgliedswerdung sei allerdings ein längerer Prozess.

Ein emotionales Bekenntnis zur EU legte der nordmazedonische Premier ab. „Es gibt keine Alternative zur Vollmitgliedschaft in der EU. Wir haben unseren Namen geändert und unsere Identität behalten." Auch Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher nahm am Forum teil. (TT)