Letztes Update am So, 16.06.2019 19:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Erschossener Kasseler Regierungschef: Spur führt in rechtsextremes Milieu

Bild und FAZ meldeten am Sonntag unter Berufung auf Ermittler, dass der festgenommene 45-Jährige der rechtsextremen Szene angehören könnte.

Deutsche, die nicht für die Grundwerte des Landes einstehen, könnten das Land auch verlassen. Diese Aussage des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke von 2015 ist vielen Rechtsextremen offenbar Grund genug, sich über seinen Tod zu freuen.

© dpaDeutsche, die nicht für die Grundwerte des Landes einstehen, könnten das Land auch verlassen. Diese Aussage des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke von 2015 ist vielen Rechtsextremen offenbar Grund genug, sich über seinen Tod zu freuen.



Kassel – Im Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke in Deutschland sollen nach Medienberichten Spuren ins rechtsextreme Milieu führen. Die deutsche Bild-Zeitung meldete am Sonntag unter Berufung auf Ermittler, dass der festgenommene 45-Jährige der rechtsextremen Szene angehören könnte.

Auch nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stammt der Mann, der unter Mordverdacht in Kassel in Untersuchungshaft sitzt, aus dem rechtsextremistischen Milieu. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft wollte sich auf Anfrage zu diesen Berichten nicht äußern.

45-Jähriger beging bereits schwere Straftat

Die Ermittler fanden laut Bild DNA-Spuren an der Kleidung des erschossenen Regierungspräsidenten. Es habe zu der Spur einen Treffer in der DNA-Analyse-Datei gegeben, die beim Bundeskriminalamt liegt. Der 45-Jährige ist demnach polizeibekannt und hat bereits eine schwere Straftat begangen. Damals sei ihm eine DNA-Probe entnommen und in der Datenbank gespeichert worden.

Der 65-jährige Lübcke war in der Nacht auf den 2. Juni gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha entdeckt worden. Er hatte eine Schussverletzung am Kopf und starb kurz darauf.

Steinmeier verurteilte Häme aus rechter Szene

Nach seinem Tod hatten hasserfüllte und hämische Reaktionen aus der rechten Szene im Internet für Empörung gesorgt. Der deutsche Präsident Frank-Walter Steinmeier sagte, wie sich manche in sozialen Netzwerken geradezu hermachten über dessen Tod, sei „zynisch, geschmacklos, abscheulich, in jeder Hinsicht widerwärtig“. (APA/dpa)