Letztes Update am Di, 30.07.2019 09:40

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Unter Protesten von Studierenden: AfD-Gründer lehrt wieder an Uni

2013 gründete Bernd Lucke die Partei Alternative für Deutschland, 2014 wechselte er als Berufspolitiker nach Brüssel. Im Streit um die rechtsextremen Tendenzen in der Partei verließ er diese. Nun kehrt er an seinen alten Arbeitsplatz zurück.

Ex-AfD-Chef Bernd Lucke. (Archivaufnahme)

© dpa/Jochen LübkeEx-AfD-Chef Bernd Lucke. (Archivaufnahme)



Hamburg – Nach dem Scheitern seiner Wiederwahl ins Europaparlament kehrt der deutsche AfD-Gründer und Wirtschaftswissenschaftler Bernd Lucke an die Universität Hamburg zurück. Der 56-Jährige werde zum Wintersemester wieder im Lehrbetrieb der Uni arbeiten, sagte eine Sprecherin. Lucke selbst wollte sich nicht öffentlich äußern. Bei den Studierenden stößt die Rückkehr des Professors auf Kritik.

Lucke habe mit „seiner bürgerlichen Fassade den Weg der AfD zur menschenverachtenden und rassistischen Partei geebnet“, sagte der Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA), Karim Kuropka, der Deutschen Presse-Agentur.

Der Volkswirtschaftler und Euro-Kritiker war 2013 maßgeblich an der Gründung der Alternative für Deutschland (AfD) beteiligt und einer ihrer ersten Bundessprecher. 2014 hatte er sich von der Uni Hamburg beurlauben lassen, um als Berufspolitiker für die AfD ins Europaparlament zu wechseln.

2015 verließ er die Partei im Streit um eine stärker nationalkonservative Ausrichtung und prangerte in der Folgezeit fremdenfeindliche und rechtsextreme Tendenzen an. Seine Versuche, mit der von ihm gegründeten Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA), die sich später in Liberal-Konservative Reformer (LKR) umbenannte, politisch Fuß zu fassen, scheiterten. Bei der Europawahl Ende Mai kam die LKR mit Spitzenkandidat Lucke nur auf 0,1 Prozent der Stimmen. (APA, dpa)