Letztes Update am Do, 29.08.2019 08:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Asyl

Bayerns Innenminister will nicht auf Grenzkontrollen verzichten

„Wir können so lange auf die Kontrollen nicht verzichten, so lange die EU-Außengrenzen nicht wirksam geschützt sind“, sagt Joachim Herrmann und meint damit sowohl die Kontrollen in Bayern auch jene an der österreichisch-slowenischen Grenze.

Bayerische Bürgermeister unterstützen Tirol in der Verkehrspolitik, die Spitze des Freistaats aber nicht.

© BöhmBayerische Bürgermeister unterstützen Tirol in der Verkehrspolitik, die Spitze des Freistaats aber nicht.



Berlin/München – Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich dafür ausgesprochen, die Grenzkontrollen in Bayern vorerst beizubehalten. „Wir können so lange auf die Kontrollen nicht verzichten, so lange die EU-Außengrenzen nicht wirksam geschützt sind. Weder auf unsere Grenzkontrollen in Bayern noch auf die in Österreich zu Slowenien“, sagte Herrmann der Welt.

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„Das ist auch keine deutsche Extrawurst, die Franzosen haben an der Grenze zu Italien einen noch intensiveren Grenzschutz.“ Die Kontrollen bewirkten eine Eingrenzung der Migrations- sowie Kriminalitäts- und Terrorgefahren. „Deswegen stellt sich mir eher die Frage, ob man an den anderen deutschen Grenzen auch kontrollieren sollte, als dass man die in Bayern abschafft.“

Darüber hinaus forderte Herrmann den Aufbau von Rückkehrzentren in Nordafrika. „Wer aus Afrika kommt und sich in Seenot bringt, wird wieder nach Afrika zurückgebracht“, sagte er. „Wenn wir das durchsetzen würden, käme sehr schnell niemand mehr auf die Idee, sich von Schleusern auf ein Gummiboot setzen zu lassen.“ Dazu bedürfe es Rückkehrzentren in Afrika. „Solche Einrichtungen, die von der EU und der UN in Nordafrika betrieben würden, müssen rasch kommen, um das Ertrinken und die unerlaubte Migration zu stoppen.“ Das eigentliche Problem bei der gegenwärtigen Konstruktion sei, „dass jeder, der vor dem Ertrinken gerettet wird, nach Europa gebracht wird“. (APA/dpa)