Letztes Update am So, 08.09.2019 09:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Kramp-Karrenbauer: Abtreibung „nie ein Bagatelldelikt“

Das „C“ in „CDU“ mache für Annegret Kramp-Karrenbauer deutlich, dass jeder einzelne Mensch nach dem Abbild Gottes geschaffen sei und daher eine eigene personelle Würde habe.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer.

© AFPCDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer.



Villingen-Schwenningen – Ein Schwangerschaftsabbruch kann nach den Worten der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer für ihre Partei „nie ein Bagatelldelikt, eine Bagatellentscheidung“ sein. Denn das „C“ mache deutlich, dass jeder einzelne Mensch nach dem Abbild Gottes geschaffen sei und daher eine eigene personelle Würde habe, sagte sie laut Kathpress am Samstagabend in Villingen-Schwenningen am Schwarzwald.

Dies gelte unabhängig etwa von Geschlecht und Geburtsort. „Wir machen Politik auf Grundlage des christlichen Menschenbildes“, so die CDU-Chefin.

Die deutsche Verteidigungsministerin äußerte sich bei einem Symposium mit dem Titel „Christliche Werte in der Gesellschaft von heute und morgen“. Dieses veranstaltete die CDU Baden-Württemberg anlässlich des 80. Geburtstags ihres früheren Ministerpräsidenten Erwin Teufel.

Einzelner aber zu Entscheidungen befähigt

Weiter sagte Kramp-Karrenbauer, im Rahmen des christlichen Menschenbildes sei der Einzelne zu Entscheidungen befähigt. Das heiße für die CDU, sie mache keine Politik, „die bevormundet von der Wiege bis zur Bahre“. In einer pluraler und säkularer gewordenen Gesellschaft müsse die CDU zu ihrer eigenen Positionierung mehr auf die Menschen zugehen und diese stärker überzeugen. Dabei gelte es, auch für den Platz von Religionen in der Gesellschaft einzutreten. „Der Herrgottswinkel war für uns immer eine Einladung, keine Schmollecke, aus der man andere ausschließt.“

In Bezug auf Ethik-Debatten sagte Kramp-Karrenbauer, Entscheidungen über Leben und Tod dürften nie an Maschinen delegiert werden. Sie fügte an: „Die Zeiten werden noch komplexer und schnelllebiger werden. Umso wichtiger ist es, dass wir das ‚C‘ als klaren Leuchtstern und als Richtschnur haben. Wir sollten es auch anwenden.“

Jubilar Erwin Teufel sagte: „Wir alle stehen in einer Letztverantwortung für unser Tun und unser Unterlassen vor Gott.“ Die Menschenrechte seien dabei „von alles entscheidender Bedeutung“. Teufel war von 1991 bis 2005 Ministerpräsident Baden-Württembergs. Zwischen 1992 bis 1998 war er ferner stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU. Über Jahrzehnte engagierte sich der Politiker überdies im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). (APA)