Letztes Update am Fr, 30.05.2014 15:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Wahl

Beppe Grillo wegen Verhandlungen mit Farages UKIP unter Druck

Der Oppositionsführer von der Fünf-Sterne-Bewegung bekommt Widerstand in seinen eigenen Reihen zu spüren.



Rom – Gespräche des Gründers von Italiens populistischer Fünf Sterne-Bewegung, Beppe Grillo, mit Nigel Farages britischer europaskeptischer UKIP in Hinblick auf die Bildung einer Allianz im Europaparlament erhitzen die Gemüter in Italien. Selbst in den Reihen seiner eigenen Gruppierung bekommt Grillo Widerstand zu spüren.

Mehrere Parlamentarier der italienischen Protestbewegung signalisierten Unmut wegen den Gesprächen des Bewegungsgründers mit Farage. „Wir haben nichts mit rechtsextremistischen oder ausländerfeindlichen Bewegungen zu tun“, kommentierte die neu gewählte EU-Parlamentarierin der Fünf Sterne-Bewegung Daniela Aiuto im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“.

Grillo verteidigte im Interview mit der britischen Tagezeitung „Daily Telegraph“ den Ukip-Chef. „Er ist kein Rassist, er hat Humor“, berichtete der italienische Starkomiker. Farage bestätigte, dass er mit Grillo über eine Allianz verhandle, bisher sei jedoch noch keine Einigung erreicht worden.

Grillos Gespräche mit Farage lösten kritische Reaktionen auch unter den Gegnern der Fünf Sterne-Bewegung aus. „Grillo zeigt sein wahres Gesicht. Einer britischen Zeitung sagt er, dass er nichts gegen eine Allianz mit der euroskeptischen, homosexuellen- und frauenfeindlichen Gruppe Farage einzuwenden hat“, kommentierte der Parlamentarier der regierenden Demokratischen Partei (PD), Emanuele Fiano.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Die Fünf Sterne-Bewegung entsendet 17 Parlamentarier nach Straßburg. Die „Grillini“ erreichten bei der Wahl am vergangenen Sonntag überraschend nur 21 Prozent der Stimmen und damit fast nur halb so viele wie die PD von Premier Matteo Renzi. Dabei hatten die Meinungsforscher ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorausgesagt und Grillo darauf gehofft, bei diesem Urnengang Renzis Gruppierung eine historische Niederlage zuzufügen. Seine Erwartungen wurden jedoch schwer enttäuscht. 4,5 Prozentpunkte - das sind drei Millionen Stimmen - verlor die Protestbewegung gegenüber den Parlamentswahlen im Februar 2013, als sie triumphierend als stärkste Einzelpartei ins römische Parlament einziehen konnte. (APA)