Letztes Update am Fr, 13.10.2017 19:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


NR-Wahl

Neuer Rekord bei Wahlkarten: Bleibt am Sonntag alles offen?

Für die Nationalratswahl am Sonntag wurden so viele Wahlkarten wie noch nie ausgestellt – 889.193 an der Zahl. Fast doppelt so viele Wahlkarten wie 2013 wurden ins Ausland geschickt. In Tirol nutzten 65.544 Menschen die Briefwahl. Ausgezählt werden die Stimmen jedoch erst am Montag und am Donnerstag.

Das Interesse an der Briefwahl ist enorm angestiegen. Für die Nationalratswahl sind 780.000 Briefwähler zu erwarten.

© Foto Rudy De Moor / Tiroler TageDas Interesse an der Briefwahl ist enorm angestiegen. Für die Nationalratswahl sind 780.000 Briefwähler zu erwarten.



Wien – Bei dieser Nationalratswahl wird ein neuer Briefwahlrekord aufgestellt: 889.193 Wahlkarten wurden ausgestellt, gab das Innenministerium am Freitag bekannt. Somit ist zu erwarten, dass im vorläufigen Endergebnis Sonntagabend noch rund 780.000 Stimmen fehlen. Der größte Teil der Briefwahl wird am Montag ausgezählt, der Rest und die „klassischen“ Wahlkarten-Stimmen erst am Donnerstag.

780.000 Stimmen machen mehr als 16 Prozent der gültigen Stimmen aus – geht man von einem Volumen wie 2013 (4.693.000 gültige Stimmen) aus. Damit ist es sehr wahrscheinlich, dass die eine oder andere Frage erst am Montag bzw. Donnerstag endgültig entschieden ist – etwa wer tatsächlich Platz 2 hat oder ob Grüne, NEOS oder die Liste Pilz über die Vier-Prozent-Hürde kommen.

Interesse an Briefwahl enorm angestiegen

Der allergrößte Teil der Briefwahlstimmen – nämlich die im Postweg bzw. vor der Wahl bei den Bezirkswahl abgegebenen – wird bereits am Montag ausgezählt. Aber auch für die „Donnerstag-Runde“ gibt es diesmal mehr zu tun: Denn die Landeswahlbehörden müssen diesmal nicht nur die in fremden Wahlkreisen abgegebenen Wahlkarten auswerten (das waren 2013 mehr als 30.000), sondern auch die neue Möglichkeit der Briefwahl. Heuer dürfen erstmals auch Briefwahlstimmen (also ausgefüllte und unterschriebene Wahlkarten) am Sonntag in jedem beliebigen Wahllokal abgegeben werden. Wie viel das ausmacht, lässt sich nicht vorhersagen: 50.000 bis 100.000 (für Briefwahl und Wahlkarten zusammen) lauten die groben Schätzungen der Experten.

Sicher ist, dass das Interesse an der Briefwahl enorm angestiegen ist: Fast 14 Prozent der 6,4 Millionen Wahlberechtigten haben heuer Wahlkarten beantragt. Für diese NR-Wahl wurden um ein Drittel mehr ausgestellt als 2013 (668.658) und um ein Viertel mehr als bei der Bundespräsidenten-Stichwahl im Dezember (708.185). Sogar der bisherige Rekord wurde jetzt noch überboten – nämlich die 885.437 Wahlkarten bei der aufgehobenen Stichwahl im Mai. Damals wurde das große Interesse auf den Mai-Termine zurückgeführt – und für die Wiederholung im Dezember wurden ja auch wieder weniger Wahlkarten angefordert.

2013 wollten 34.000 Auslandsösterreicher mitwählen

59.283 Wahlkarten haben die Gemeindewahlbehörden ins Ausland geschickt. Das Interesse der Auslandsösterreicher, an den Wahlen in der Heimat teilzunehmen, ist schon bei der Bundespräsidentenwahl deutlich gewachsen – und jetzt gab es noch 4.471 Anträge mehr als im Dezember 2016. Gegenüber der NR-Wahl 2013 hat sich die Zahl der Auslands-Wahlkarten fast verdoppelt, damals waren es 34.031.

Anders als bei der Zahl der Wahlberechtigten - die nur dank neu eingetragenen Auslandsösterreichern leicht angestiegen ist -, ist der enorme Zuwachs an Briefwählern allerdings auf das Inland zurückzuführen.

Weit überdurchschnittlich gewachsen ist die Zahl der Wahlkarten in Salzburg: Dort wurden um 37 Prozent mehr Wahlkarten angefordert als bei der Bundespräsidenten-Stichwahl im Dezember. Am stärksten genutzt wird die Briefwahl immer in den größeren Städten – und in der größten, in Wien, wurden auch heuer wieder die meisten Wahlkarten (205.469) ausgestellt. Allerdings hat Wien den geringsten Zuwachs, nämlich 19 Prozent. Niederösterreich, das die meisten Wahlberechtigten hat, liegt bei den Wahlkarten (144.554) nur auf Platz 3 hinter Oberösterreich (159.672).

Deutlich weniger Stimmkarten für Olympia-Befragung

In Tirol sind für die bevorstehende Nationalratswahl am Sonntag mehr Wahlkarten ausgegeben worden als für die Nationalratswahl 2013 und die beiden Bundespräsidentenstichwahlen im Vorjahr. 65.544 der insgesamt 543.116 Wahlberechtigten ließen sich nach Angaben des Landes eine Wahlkarte ausstellen. Für die NR-Wahl 2013 waren es 43.522 und 61.010 bzw. 49.417 für die Bundespräsidentenstichwahlen.

Für die ebenfalls am Sonntag in Tirol stattfindende Volksbefragung zu einer möglichen Bewerbung Tirols/Innsbrucks für Olympische Winterspiele 2026 wurden hingegen deutlich weniger Stimmkarten ausgegeben, nämlich 33.771. Bei der Volksbefragung sind insgesamt 536.817 Tiroler stimmberechtigt. (APA)