Letztes Update am Do, 09.11.2017 14:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nationalrat

Debüt mit „Gänsehaut“ und ein kleines Rädchen

Die neuen Abgeordneten zeigten bei ihrer ersten Nationalratssitzung Nerven. Rückkehrer Martin Graf startet mit Gelassenheit.

© Ingo Pertramer/Brandstätter VerlDer Mathematiker und ÖVP-Nationalratskandidat Rudolf Taschner gibt sich bescheiden: ?Ich bin ein kleines Rädchen.?



Wien – Für 86 Abgeordnete hat die konstituierende Nationalratssitzung am Donnerstag eine Premiere im Hohen Haus bedeutet. Während manche Debütanten und Debütantinnen Nerven zeigten, wurden auch schon erste selbstbewusste programmatische Ansagen laut. Rückkehrer wie der Freiheitliche Martin Graf betrachteten hingegen ihr Geschäft eher gelassen.

Zu den neuen, wenn auch nicht zu den jüngsten Abgeordneten zählt der ÖVP-Abgeordnete und Mathematiker Rudolf Taschner. Er übte sich am Rande der Nationalratssitzung in Bescheidenheit: „Ich bin ein kleines Rädchen.“ Sein selbstdefiniertes Ziel ist, sich nach seiner Tätigkeit im Nationalrat „noch in den Spiegel schauen zu können und sagen zu können, das war in Ordnung“.

„Schon ein wenig Gänsehaut“

Mehr Aufregung gab es da schon bei der 24-jährigen Oberösterreicherin Eva Maria Holzleitner. „Ich habe kurz schon ein wenig Gänsehaut gekriegt“, sagte sie nach ihrer Angelobung. Und auch sonst zeigte sie sich „ein bisschen nervös“. Ihre Ziele im Blick hatte aber auch sie schon an ihrem ersten Tag, etwa im Jugendbereich. „Ich werde mich stark an der Politik, die hier im Hohen Haus gemacht wird, beteiligen.“

Stark an der Politik beteiligt hat sich bereits Graf, der nach einer Pause wieder für die FPÖ im Nationalrat tätig ist. „Die Räumlichkeiten sind für mich auf jeden Fall neu“, sah er zumindest Veränderung durch das Parlaments-Ausweichquartier in der Hofburg und: „Mir fällt auf jeden Fall auf, dass ich den Altersdurchschnitt hebe.“ Graf will dort weitermachen, wo er aufgehört hat, im Bereich Forschung und Wissenschaft.

„Bewusst, welche Verantwortung man übernimmt“

Weniger abgebrüht, wenn auch zielsicher geht Neuling Douglas Hoyos von den NEOS an seinen Job. „Ich habe heute gut geschlafen, die Tage davor war der Schlaf eher kurz“, zeigte auch er zumindest teilweise Nerven. An so einem Tag werde einem „bewusst, welche Verantwortung man übernimmt“. Inhaltlich will Hoyos unter anderem die Freiheitsrechte verteidigen, die seiner Meinung nach eine schwarz-blaue Koalition gefährden könnte.

Andere Sorgen hatte in den vergangenen Tagen Peter Kolba, Klubobmann der Liste von Peter Pilz. Obwohl der Listengründer aufgrund sexueller Vorwürfe sein Mandat nicht angenommen hatte, meinte Kolba: „Aber wir sind alle in unserer Fraktion guten Mutes, dass wir das jetzt angehen und Kontrolle und Transparenz wird unser Hauptthema sein.“ (APA)