Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 29.12.2017


Tiroler im Nationalrat

Kovacevic: Die Politik wieder greifbar machen

Christian Kovacevic (SPÖ) bleibt der Lokalpolitik erhalten und will gleichzeitig das Tiroler Unterland im Nationalrat gut vertreten.

© Christian Kovacevic bei einer Rede beim Pensionistenverband. Der Lokalpolitik bleibt der Wörgler Gemeinderat auch weiterhin treu.



Von Carmen Baumgartner-Pötz

Wörgl – Die Strecke Wien – Wörgl dauert mit dem Zug keine 4 Stunden. Christian Kovacevic kennt sie mittlerweile schon ganz gut. Vom Wörgler Gemeinderat direkt in den Nationalrat und wieder retour – so schaut nun für die nächsten fünf Jahre der Arbeitsalltag des 34-jährigen Tirolers aus.

Seit dem Ausscheiden des Radfelder Bürgermeisters Josef Auer aus dem Nationalrat im Oktober 2013 hatte das Unterland keinen roten Abgeordneten mehr. Das wollte Kovacevic ändern. Seit über einem Jahr ist der Speditionsexperte Bezirksvorsitzender der SPÖ Kufstein, seit 2010 bereits Mitglied des Gemeinderats Wörgl. Von der Lokal- in die nationale Politik war es somit ein logischer Schritt: „Es schadet einem Nationalratsabgeordneten sicher nicht, wenn er vor dem Amt schon politische Erfahrung sammeln konnte“, ist Kovacevic überzeugt.

Seinen Job als Speditionsleiter hat er mit September bzw. mit dem Einzug in den Nationalrat aufgegeben. „Es war klar, dass sich die Abgeordnetenarbeit nicht mit einem Vollzeit-Angestelltenjob vereinbaren lässt“, sagt der Wörgler. Er ist aber auch der Überzeugung, dass der Nationalrat die Bevölkerung abbilden und deshalb nicht nur (karenzierte) Beamte und Selbständige darin vertreten sein sollten.

Der Arbeit der schwarz-blauen Regierung will er jedenfalls „genau auf die Finger schauen“. Für Kovacevic war schon seit Längerem klar, dass an einer Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen kein Weg vorbeiführt, „jetzt sollen sie zeigen, ob sie alles besser machen können“. Sein Ziel ist es unter anderem, Politik für die Menschen wieder „greifbar zu machen und besser darzulegen, worum es geht. Und auch das oftmals schlechte Image von Politikern zu korrigieren.“