Letztes Update am Mo, 01.01.2018 07:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neues im neuen Jahr

Viel Neues, Aus für Rauchverbot und den 500er: Das bringt 2018

2018 bringt viel Neues mit sich: Bankomatgebühren gibt es nur noch in Ausnahmefällen, die Autobahn-Vignette, aber auch vieles beim Arzt wird digital, der 500-Euro-Schein verschwindet. Der Regress für Pflegeheimbewohner fällt. Von den Vorhaben der neuen Bundesregierung ist noch so manches im Nebel, was die Raucher-Gastronomie freut.

© iStockphotoDas neue Jahr bringt für die Menschen in Österreich einige Veränderungen mit sich.



Das Jahr 2018 hat für Österreich und seine Bewohner einige Neuerungen im Gepäck. Hier die wichtigsten im Überblick: (Für detaillierte Informationen zu den einzelnen Themen auf die Links klicken)

Arbeit, Bildung, Pension und Steuern

  • Für die Arbeitnehmer stehen satte Lohnerhöhungen teils deutlich über der prognostizierten Inflationsrate von 1,7 Prozent ins Haus. Mehr dazu
  • Die Pensionen werden sozial gestaffelt angehoben: Die niedrigen werden um 2,2 Prozent angehoben, ganz hohe gar nicht.
  • Die Familienbeihilfe steigt um 1,9 Prozent.
  • Im Bildungsbereich kommen voraussichtlich im Herbst wieder Studiengebühren für berufstätige Langzeitstudenten. Für die Einführung allgemeiner Studiengebühren gibt es eine Absichtserklärung von Schwarz-Blau. Mehr dazu
  • In den Schulen kommt im Herbst das Autonomiepaket an, die Hauptschule ist Geschichte. Mehr dazu
  • Steuerzahlern kommt die automatische Berücksichtigung von bestimmten Sonderausgaben (etwa Kirchenbeiträge oder Spenden) beim Einkommensteuerbescheid zugute.

Soziales, Familie und Gesundheit

  • Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bringt 2018 mit dem Wegfall des Vermögensregresses eine gehörige Erleichterung, für Behinderte wird der Diskriminierungsschutz verbessert.
  • Die bedarfsorientierte Mindestsicherung bleibt ein Bundesländer-Fleckerlteppich, die schwarz-blaue Koalition will allerdings vereinheitlichen. Die geplanten Restriktionen zielen in erster Linie auf Asylwerber ab, betreffen aber alle Bevölkerungsgruppen. Die aktuelle Situation in Tirol
  • Aus dem Sachwalter wird mit 1. Juli der "Erwachsenenvertreter". Das „Erwachsenenschutzgesetz" soll ein Eingehen auf unterschiedliche Bedürfnisse möglich machen. Mehr dazu
  • Im Gesundheitsbereich bringt das kommende Jahr ein Ende der Zettelwirtschaft beim Arzt, und zwar durch das elektronische Bewilligungs- und Antragsservice (eBS). Der Patient benötigt nur mehr die E-Card, ebenso wie für die E-Medikation, die zumindest in einigen Bundesländern endlich ausgerollt wird. Verordnete und ausgegebene Medikamente werden dadurch elektronisch abrufbar.
  • Gesundheitlich relevant, wenn auch in die gegensätzliche Richtung, ist das Vorhaben der Regierung, das 2015 beschlossene absolute Rauchverbot in der Gastronomie ab 1. Mai 2018 doch nicht kommen zu lassen. Umgesetzt werden sollen dafür das Rauchverbot für Unter-18-Jährige. Mehr dazu

Wirtschaft

  • Als Maßnahme gegen Sozialbetrug und Unterentlohnung kommen im Bausektor strengere Meldevorschriften für Teilzeitarbeiter. Mehr dazu
  • An der Spitze heimischer Unternehmen muss es künftig mehr weibliche Aufsichtsräte geben. Mehr dazu
  • Bankkunden können sich darüber freuen, dass es Bankomatgebühren nur noch in Ausnahmefällen geben darf und sie bei langer Kontoüberziehung informiert werden müssen.
  • Der 500-Euro-Schein wird gegen Jahresende 2018 nicht mehr ausgegeben, bleibt aber unbegrenzt gültig. Die Maßnahme soll dafür sorgen, dass Terrorfinanzierung und Geldwäsche künftig besser bekämpft werden können.
  • Kreditinstitute verlieren ab 2018 ihr lukratives Monopol beim Zugriff auf Kontodaten. Kunden können somit im Online-Banking Drittanbieter ("Fintechs") beauftragen, Zahlungen vorzunehmen oder Kontoinformationen abzurufen

Politik

  • Aus dem "Superwahljahr 2018" wurde nichts: Die eigentlich für Herbst 2018 vorgesehene Nationalratswahl haben wir bereits ein Jahr früher hinter uns gebracht. Das kommende Wahljahr bringt jedoch Urnengänge in Tirol, Niederösterreich, Kärnten und Salzburg. In Innsbruck werden der Gemeinderat und der Bürgermeister gewählt. Mehr dazu

Verkehr

  • Im Verkehrsbereich sind neue Vorschriften im "Pickerl"-Bereich (etwa kürzere Toleranzfristen bei §57a-Überprüfungen) angesagt. Mehr dazu
  • Die Autobahnvignette muss nicht mehr geklebt, sondern kann auch digital erworben werden. Mehr dazu

Sonstiges

  • Die EU hat im März ein strengeres Waffenrecht im EU-Parlament beschlossen. Im Bemühen, den Terrorismus zu bekämpfen, kommen nun auf die legalen Besitzer einige Änderungen zu, die aber noch nicht abzusehen sind. Denn die Umsetzung der Richtlinie obliegt den einzelnen Staaten - in Österreich ist der Innenminister der neuen Regierung am Zug.
  • Gläubige Katholiken erwartet im kommenden Jahr eine Neuerung: Erstmals kommt die überarbeitete Einheitsübersetzung der Bibel zum Einsatz - allerdings erst ab dem ersten Adventsonntag.
  • Einer EU-Vorgabe folgend gelten ab Mitte des Jahres neue Regeln für Pauschalreisen. Der Konsumentenschutz für Urlauber wird durch das neue Pauschalreisegesetz (PRG) erheblich gestärkt. Die Novelle soll Verbraucher besser schützen, wenn etwas schiefgeht oder der Reiseveranstalter gar pleitegeht. Auch Kombi-Angebote von Hotels und Pensionen werden strikter reguliert.