Letztes Update am Mo, 05.02.2018 12:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


NS-Liederbuch-Affäre

Causa Germania: Landbauer von Staatsanwaltschaft einvernommen

In der Affäre NS-Liederbuch musste der ehemalige niederösterreichische FP-Spitzenkandidat Udo Landbauer aussagen. In Sachen Vereinsauflösung gibt es noch nichts neues.

© APADer ehemalige niederösterreichische FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer und Parteichef Heinz-Christian Strache (l.).



Wien/Wiener Neustadt – In der Causa NS-Liederbuch bei der Burschenschaft Germania sind bereits zahlreiche Zeugen einvernommen worden, unter ihnen auch der FPÖ-Spitzenkandidat für die niederösterreichische Landtagswahl Udo Landbauer. Das sagte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage am Montag.

Die Einvernahmen der vier Verdächtigen, die für das Liederbuch verantwortlich zeichnen, sind laut Staatsanwaltschaft weitgehend abgeschlossen. Das Verfahren dürfte aber noch eine Zeit lang dauern, denn die Staatsanwaltschaft lässt chemisch untersuchen, wann die inkriminierenden Passagen, in denen der Judenmord durch die Nazis besungen wird, genau geschwärzt wurden. Die Germania behauptet ja, dass dies schon vor vielen Jahren geschehen sei.

Noch nicht neues im Auflösungsverfahren

Germania-Vizeobmann Philip Wenninger wurde bereits zwei Mal von der Staatsanwaltschaft als Zeuge befragt, wie er der APA sagte. Er erklärte weiters, dass die Germania neben Landbauer und dem Wiener FPÖ-Landtagsabgeordneten Stefan Berger keine weiteren Politiker in ihren Reihen habe. Landbauer und Berger haben nach dem Bekanntwerden des rassistischen und antisemitischen Liedtextes die Burschenschaft verlassen.

In Sachen Vereinsauflösung hat die Burschenschaft von den Behörden bisher noch nichts gehört oder gelesen. (APA)