Letztes Update am Fr, 11.05.2018 11:14

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pensionsantritt

Rechnungshof kritisiert ÖBB: Pensionsausgaben steigen

Bahnmitarbeiter gehen im Schnitt vier Jahre früher in Pension, als der Bevölkerungsschnitt. Die Kosten steigen.

© ÖBB/Philipp HorakSymbolfoto



Wien – Der Rechnungshof hat die ÖBB einer Nachprüfung („follow up“) unterzogen und übt nun heftige Kritik: Die Reformmaßnahmen seien weiter offen und das Pensionsantrittsalter weiterhin deutlich unter dem Bevölkerungsschnitt, teilte die Prüfbehörde am Freitag in einer Aussendung mit.

Demnach stiegen die Ausgaben für die Pensionen weiter an. „Die Empfehlungen des Rechnungshofes zur Pensionsanpassung wurden zum Großteil nicht umgesetzt. Dadurch reduzierten sich mögliche Einsparungen von rund 1,07 Milliarden Euro auf rund 560 Mio. Euro für den Zeitraum 2018 bis 2050“, so die Prüfer.

Und das, obwohl die Zahl der ÖBB-Pensionisten gesunken ist. Trotzdem wuchsen die Ausgaben von 2008 bis 2016 von 1,934 Mrd. auf 2,042 Mrd. Euro. Fazit des Rechnungshofes: „Der Bund hatte dementsprechend mehr Kosten zu tragen: Betrugen diese 2008 noch rund 1,52 Milliarden, so waren es 2016 bereits rund 1,66 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von 9,2 Prozent.“

Pensionsantritt vier Jahre früher

Auch die seit vielen Jahren anvisierte Angleichung des Pensionsalters der ÖBBler an den Österreich-Schnitt blieb hinter den Erwartungen. „Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter der ÖBB-Pensionistinnen und Pensionisten liegt weiterhin deutlich unter dem Regelpensionsantrittsalter – 2016: rund vier Jahre“, rechnen die Prüfer vor.

Der Rechnungshof wiederholte heute seine Empfehlungen zu den Änderungen des ÖBB-Pensionsrechts aus dem Vorbericht. Diese sehen unter anderem die Nichtabsenkung der Pensionssicherungsbeiträge der Bundesbahnbeamten sowie höhere Abschläge bei vorzeitigem Ruhestand vor. (APA)