Letztes Update am Mo, 30.07.2018 23:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„150-Euro-Challenge“

Hartinger-Klein soll zeigen, wie man von 150 Euro leben kann

Mit ihrer Äußerung, dass man von 150 Euro im Monat „sicher“ leben könne, sorgte die FPÖ-Sozialministerin für ordentlich Wirbel. Nun soll Hartinger-Klein ihre Behauptung unter Beweis stellen.

© APASozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ).



Wien – Das Geld für die Wohnung plus 150 Euro im Monat – das reicht zum Leben. Mit dieser Behauptung sorgte die ohnehin viel kritisierte Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) vergangene Woche einmal mehr für Empörung. Man werde trotz der geplanten Kürzung von der Mindestsicherung „leben können“ – „wenn man die Wohnung auch noch bekommt, dann sicher“, waren die Worte der Ministerin auf oe24.tv. „Abgehoben“, „realitätsfern“, wurde Hartinger-Klein, deren Monatseinkommen bei 17.511,50 Euro liegt, daraufhin betitelt. „Wer selbst einkaufen geht, weiß, dass sich das nicht ausgeht“, kritisierte etwa Oppositionschef Christian Kern (SPÖ).

Eine Gruppe mittelständischer Wirtschaftstreibender fordert Hartinger-Klein nun heraus: Im Zuge der „150-Euro-Challenge“ soll die Ministerin ihre Behauptung unter Beweis stellen. Die Wettbedingungen sind einfach: „Schafft die Ministerin es, einen Monat lang ohne fremde Hilfe von 150 Euro zu leben, spenden die Wirtschaftstreibenden ein Ministerinnengehalt in Höhe von 17.511 Euro an eine karitative Organisation, die Hartinger-Klein aussucht“, versprachen die Initiatoren am Sonntag in einer Aussendung. Die FPÖ-Politikerin müsse im Rahmen der Challenge „alle Ausgaben des täglichen Lebens von diesen 150 Euro bestreiten – außer ihre Wohnkosten“, hieß es.

Regierung im „RealityCheck“

Die Äußerung der Ministerin „hat uns – gelinde gesagt – erstaunt“, erklärte Stefan Sengl, einer der Initiatoren der „150-Euro-Challenge“. „150 Euro ist wenig Geld. Immerhin geht es um Essen und Trinken für einen Monat. Ausgaben für Kleidung, private Fahrten, Kosmetik- und Hygieneartikel, Internet und Telefon kommen auch noch dazu. Ehrlich gesagt bezweifeln wir stark, dass die Ministerin tatsächlich weiß, wovon sie spricht“, so Sengl.

Mit der Challenge wolle man die Politik der Ministerin und der Bundesregierung einem „Reality-Check“ unterziehen – und sieht darin eine Win-Win-Situation: „Kommt die Ministerin mit 150 Euro aus, schaut dabei eine ansehnliche Spende für eine karitative Organisation ihrer Wahl heraus. Scheitert die Ministerin, überdenkt sie vielleicht die geplanten Einschnitte im Sozialsystem“, erklärte Sengl. Hartinger-Klein wurde demnach am Sonntag per E-Mail über die Challenge informiert.

Die Spendensumme von 17.511 Euro wollen die Wirtschaftstreibenden selbst bereitstellen. Zudem können sich Privatpersonen, die die Initiative unterstützen wollen, am Wetteinsatz beteiligen. Neben PR-Berater Stefan Sengl beteiligen sich unter anderem auch der Wiener Wirt Daniel Landau, die Startup-Beraterin Maria Baumgartner und der Sonnenstudiobetreiber Hans Arsenovic an der Initiative. (TT.com)