Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 17.01.2019


Österreich

SPÖ legt Maßnahmen gegen Energiearmut vor

152.000 Haushalte waren 2017 in Österreich energiearm. Das sind jene Haushalte, deren Einkommen unter der Armutsschwelle liegt, die aber gleichzeitig überdurchschnittlich hohe Energiekos­ten begleichen müssen.



Wien – 152.000 Haushalte waren 2017 in Österreich energiearm. Das sind jene Haushalte, deren Einkommen unter der Armutsschwelle liegt, die aber gleichzeitig überdurchschnittlich hohe Energiekos­ten begleichen müssen. Diese Menschen haben etwa nicht genug Geld, um ihre Wohnung angemessen zu heizen. Die SPÖ spricht sich deshalb für mehr Maßnahmen gegen Energiearmut aus. „Wir sind der Auffassung, dass in einem reichen Land wie Österreich niemand frieren muss“, befindet Energiepsrecherin Muna Duzdar. In diesem Zusammenhang lehnt die SPÖ auch die Mindestsicherungsreform der Regierung ab: „Diese Sozialhilfe neu wird bewirken, dass die Energiearmut weiter verschärft wird“, warnt Sozialsprecher Josef Muchitsch.

Duzdar fordert nun den bestehenden Abschaltstopp auf die Wärmeversorgung auszuweiten. Schon jetzt darf Strom und Gas vor gesetzlichen Feiertagen und Wochenenden nicht abgeschaltet werden.

Für jene Personen, die ihre Rechnungen nicht begleichen können, schlägt Duzdar ein Frühwarnsystem vor. Schon bei der ersten Mahnung sollen Schuldner auf öffentliche Unterstützungsstellen hingewiesen werden. Bei der zweiten und letzten Mahnung sollen die Energielieferanten verpflichtet werden, mit Sozialhilfeeinrichtungen zusammenzuarbeiten, um eine individuelle Lösung für die Betroffenen zu finden. (TT)