Letztes Update am Di, 05.02.2019 18:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wien

Petition für Lkw-Abbiegeassistent gegen toten Winkel

Privatpersonen starteten die Petition, nachdem vergangenen Donnerstag in Wien ein Bub am Schulweg von einem abbiegenden Lkw getötet wurde.

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Wien — Nachdem vergangenen Donnerstag ein neunjähriger Bub in Wien am Schulweg von einem abbiegenden Lkw getötet worden war, haben Privatpersonen am Montag eine Online-Petition für verpflichtende Lkw-Abbiegeassistenten gestartet. Diese fand bis Dienstagabend knapp 5000 Unterstützer. Mit bewegenden Worten wandte sich auch der Vater des getöteten Buben via Twitter an die Öffentlichkeit.

„Unser größtes Glück ist uns genommen worden. Unser geliebter Sohn Henry ist auf dem Schulweg von einem abbiegenden Lkw überfahren (worden). Er durfte nur neun Jahre leben. Vielleicht erspart diese Initiative anderen Menschen die Verzweiflung, die wir fühlen", twitterte der Vater und verlinkte die Petition. Unter den Initiatoren befindet sich unter anderem Helge Fahrnberger vom Medienblog „Kobuk", unterstützt wird sie beispielsweise vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und der Radlobby Österreich.

Die Petition ist an Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) gerichtet. Er wird zur verpflichtenden Nachrüstung von Lkw mit elektronischen Abbiegeassistenten auf nationaler Ebene zum frühestmöglichen Zeitpunkt aufgefordert. Eine Sprecherin des Ministers sagte am Dienstag gegenüber der APA, dass der Verkehrsminister zunächst die Ergebnisse eines bereits 2017 gestarteten Pilotprojekts abwarten wolle. Dieses läuft noch bis Ende April, erste Zwischenergebnisse seien „sehr vielversprechend". 15 Busse und Lkw wurden hierfür mit einem System mit Rundum-Kameras ausgestattet.

Abbiegeassistenten mit automatischer Bremsfunktion schützen Fußgänger und Radfahrer, die sich beim Abbiegen im toten Winkel eines Lkw befinden. Im Vorjahr starben in Österreich 14 Fußgänger und Radfahrer bei Unfällen mit Lkw. Hofer wird in der Petition auch dazu aufgefordert, Druck auf die EU-Kommission auszuüben, damit die geplante Einbau-Verpflichtung, die derzeit für neuzugelassene Lkw ab 2024 vorgesehen ist, vorgezogen wird. Außerdem solle der Fuhrpark der öffentlichen Hand sofort nachgerüstet werden. „Solche Systeme kosten wenige hundert Euro pro Fahrzeug und würden sehr viele Menschenleben retten. Handeln Sie jetzt, Herr Minister!", fordern die Initiatoren. (APA)