Letztes Update am Mo, 11.03.2019 14:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Salzburg-Wahl

Schmerzliche Pleite für SPÖ in Salzburg, Hallein als „Trostpflaster“

In 103 der 119 Salzburger Gemeinden landete die ÖVP bei den Wahlen vom Sonntag auf Platz eins. Dass die SPÖ die zweitgrößte Stadt Hallein zurückeroberte, dürfte in Anbetracht der Verluste in Salzburg-Stadt ein schwacher Trost sein.

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Salzburg – In 103 der 119 Salzburger Gemeinden ist am Sonntag die ÖVP stärkste Kraft bei den Gemeindevertretungswahlen geworden, in 79 Kommunen konnte die Volkspartei dabei die 50 Prozent-Hürde überspringen. Den anteilsmäßig größten Erfolg fuhr die ÖVP mit 80,1 Prozent in Plainfeld ein. Das schlechteste Ergebnis erzielten die Schwarzen in der sozialdemokratischen Hochburg Bürmoos mit 14,6 Prozent.

Die SPÖ konnte wiederum in 13 Gemeinden die Mehrheit erringen, in sechs davon war es eine „Absolute“. Am Bahnknotenpunkt Schwarzach im Pongau kamen die Roten auf 78,8 Prozent, in Hüttau lediglich auf 7,0 Prozent der Stimmen. Der tatsächlich größte SPÖ-Erfolg dürfte freilich die Rückeroberung von Hallein, der zweitgrößten Stadt im Bundesland, gewesen sein. Die schmerzlichste Niederlage gab es hingegen in der Landeshauptstadt, wo die ÖVP erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs stärkste Kraft wurde.

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In drei Salzburger Kommunen gingen bei der Wahl gestern Namenslisten als Sieger hervor: In Mittersill ließ die Liste Viertler von Bürgermeister Wolfgang Viertler mit 60,1 Prozent nichts anbrennen, in Anif blieb die Liste Krüger des 2015 verstorbenen Ortschefs Hans Krüger trotz Verlusten mit 41,2 Prozent vor der ÖVP. Und in Thomatal, der einzigen Gemeinde mit nur einer Liste zur Wahl, setzte sich die „Gemeinschaft für Thomatal“ naturgemäß mit 100 Prozent der Stimmen durch. Allerdings wählte am Sonntag im kleinen Ort fast jeder Sechste ungültig.

FPÖ in keiner Gemeinde stärkste Partei

Die FPÖ erzielte ihr bestes Ergebnis in St. Margarethen im Lungau (40,9 Prozent). Für die stärkste Partei reichte es in keiner einzigen Gemeinde, in 22 Orten landeten die Freiheitlichen aber auf Platz 2. Die Grünen kamen in Goldegg, der Heimatgemeinde des früheren Landessprechers Cyriak Schwaighofer, auf 26,4 Prozent. In insgesamt sieben Orten erzielte die Partei den zweiten Rang.

Die NEOS waren nur in den fünf Gemeinden Salzburg, Hallein, Kuchl, Obertrum am See und Mittersill angetreten, die aber 33 Prozent der Wahlberechtigten stellten. Ihr bestes Ergebnis erzielten die Pinken dabei in Mittersill (16,0 Prozent), bis auf Kuchl reichte es überall für mindestens ein Mandat.

Die 2015 als freiheitliche Abspaltung gegründete Freie Partei Salzburg (FPS) war in zehn Gemeinden angetreten und erreichte in sechs zumindest einen Sitz in einer Gemeindevertretung. Den besten Wert gab es in St. Veit im Pongau mit 9,6 Prozent.

Mandatsminus bei SPÖ, FPÖ und Grünen

Von den insgesamt 2134 Sitzen in den Gemeindestuben gingen am Sonntag 1153 (plus 75) auf die Volkspartei, 559 (minus 13) an die SPÖ, 213 (minus 39) an die FPÖ und 86 (minus 17) an die Grünen. Acht Mandate konnten die NEOS erringen, die FPS gewann sieben Sitze. Die KPÖ gewann in der Landeshauptstadt ein Mandat. 107 Sitze gingen an sonstige Listen oder Listengemeinschaften.

Die Wahlbeteiligung war am Sonntag in Forstau (93,8 Prozent) am höchsten, am niedrigsten in der Landeshauptstadt (48,2 Prozent). Landesweit sank sie gegenüber 2014 von 64,8 auf 63,1 Prozent. (APA)