Letztes Update am Di, 12.03.2019 12:03

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ÖH-Wahlen 2019

VSStÖ kämpft bei ÖH-Wahl unter Motto „Wir wollen mehr“

Man kämpfe für bessere Studienbedingungen, höhere Beihilfen sowie leistbaren Wohnraum und gegen Studiengebühren, Zugangsbeschränkungen und Elitenförderung, so VSStÖ-Spitzenkandidatin Dora Jandl.

Die VSStÖ vor ihrer PK in Wien.

© VSStÖDie VSStÖ vor ihrer PK in Wien.



Wien – Der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) will bei den Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) vom 27. bis 29. Mai für bessere Studienbedingungen, höhere Beihilfen und leistbaren Wohnraum eintreten. Unter dem Motto „Wir wollen mehr“ kämpfe man auch gegen Studiengebühren, Zugangsbeschränkungen und Elitenförderung, so Spitzenkandidatin Dora Jandl am Dienstag vor Journalisten.

Unter anderem verlangt der VSStÖ einen Ausbau des Online-Angebots an den Hochschulen samt einem Streamen von Lehrveranstaltungen, bezahlte Freistellungen vom Job für Prüfungen und die Einführung des Status von Teilzeitstudierenden. Auch bei den Beihilfen müsse sich etwas tun: Derzeit liege man selbst mit der höchstmöglichen Studienbeihilfe noch immer um 100 Euro unter dem Existenzminium, so Jandl. Dazu komme, dass sowohl die Altersgrenzen als auch die Toleranzsemester für den Beihilfenbezug viel zu gering bemessen seien.

Dazu komme die unbefriedigende Wohnsituation: „Aufgrund der steigenden Mietpreise fragen sich immer mehr Studierende: Kann ich es mir überhaupt leisten, von daheim auszuziehen?“, meinte Jandl. Der VSStÖ fordert daher einen Ausbau der Studentenheime – „aber nicht jene, bei denen die Zimmer 600 Euro im Monat kosten“.

Für Miet- und Mietzinsobergrenzen

Wünschenswert seien Preise zwischen 250 und 300 Euro im Monat. Dazu brauche es eine Wiedereinführung der Förderung für Studentenheime sowie Mietobergrenzen für Heimzimmer. Leistbarer Wohnraum könne darüber hinaus durch eine allgemeine Mietzinsobergrenze sowie eine Leerstandsabgabe geschaffen werden.

„Auf keinen Fall mehr“ will der VSStÖ entgegen seines Wahlslogans von schwarz-blauer Bildungs- bzw. Hochschulpolitik, betonte Jandl. So werde man sich etwa gegen den im Regierungsprogramm geplanten Umbau der ÖH „von einer Interessenvertretung zu einer Serviceorganisation“ wehren. „Wir werden uns den Mund nicht verbieten lassen und lautstark gegen Verschlechterungen auftreten.“

Als Wahlziel nannte Jandl eine Erhöhung der Wahlbeteiligung sowie das Halten des Ergebnisses von 2017, als der VSStÖ starke Zugewinne verzeichnet hatte. Auf ihn entfielen 21 Prozent der Stimmen sowie zwölf der 55 Mandate in der ÖH-Bundesvertretung. Außerdem wolle man erneut Teil der Exekutive werden, die derzeit eine Koalition aus VSStÖ, Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) und Fachschaftslisten (FLÖ) stellt. Als möglicher Koalitionspartner schließt man lediglich den Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) aus. (APA)

VSStÖ setzt mit Dora Jandl auf ÖH-Erfahrung

Mit der 23-jährigen Bildungswissenschafts-Studentin Dora Jandl setzt der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) auf eine vertretungstechnisch bereits erfahrene Spitzenkandidatin bei den Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) von 27. bis 29. Mai. Die Niederösterreicherin war bereits in roten Schüler- und Jugendorganisationen tätig und ist seit 2017 ÖH-Sozialreferentin.

Jandl wurde am 28. Juli 1995 in Niederösterreich geboren und engagierte sich bereits in ihrer Schulzeit bei der Aktion kritischer SchülerInnen (AKS). Vor ihrer Matura am BG/BRG Stockerau war sie Mitglied der Schüler - bzw. später der Landesschülervertretung sowie auch in der Sozialistischen Jugend aktiv. 2013 begann Jandl ein Lehramtsstudium (Deutsch/Geschichte) an der Uni Wien, 2015 sattelte sie auf Bildungswissenschaften um.

Seit 2016 ist Jandl beim VSStÖ aktiv, seit 2017 dessen Sozialsprecherin sowie ÖH-Sozialreferentin. „Dort habe ich mitbekommen, wie viele Studierende wirkliche arge Lebensbedingungen haben“, schilderte sie bei ihrer Präsentation am Dienstag ihre Motivation.