Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 01.05.2019


Glaube

Van der Bellens Weg zurück in die Kirche

Im Interview spricht Van der Bellen auch über die ihm „so wichtige Botschaft des Neuen Testaments“.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen ist wieder evangelisch.

© PfarrhoferBundespräsident Alexander Van der Bellen ist wieder evangelisch.



Wien – Alexander Van der Bellen ist in einem protestantischen Elternhaus aufgewachsen, wurde evangelisch getauft. Als junger Mann trat er jedoch aus der evangelische­n Kirche aus. Er begründete dies später mit seinem Ärger mit einem Pfarrer. Jedoch äußerte er sich auch im Wahlkampf um das höchste Amt im Staat­e positiv über die christliche Nächstenliebe und den Inhalt der Bergpredigt. Auch eine Rückkehr in die Kirche wollte er nicht ausschließen.

Nun fand der Bundespräsident den Weg zurück. Er ist wieder in die Evangelische Kirche A.B. eingetreten. Das sagte er im Gespräch mit Österreichs Kirchenzeitungen.

Im Interview spricht Van der Bellen auch über die ihm „so wichtige Botschaft des Neuen Testaments“. Es sei zwar denkbar, dass die eine oder andere Religion ausstirbt, nicht aber die Religiosität. „Dazu ist das Bedürfnis nach etwas zu groß, das zu erklären versucht, was Leben ist, woher es kommt und wohin wir nach dem Tod gehen.“

Im Interview kündigt­e das Staatsoberhaupt außerdem an, die Neuregelun­g der Mindestsicherung vor der Beurkundung genau prüfen zu wollen. Er habe „schwer­e Zweifel“ – Stichwort Kinder­diskriminierung – an dem beschlossenen Gesetzestext, so Van der Bellen.

„Wir werden das Gesetz, wenn es vorliegt, sorgfältig prüfen. Es kann aber auch sein, dass der Verfassungsgerichtshof die Sache zu klären hat“, sagte der Bundespräsident. (TT)