Letztes Update am Fr, 03.05.2019 13:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bildungspolitik

Geänderte Zentralmatura: Warnung vor Spekulation auf „leichte“ Aufgaben

Nach schlechten Ergebnissen bei der Mathe-Matura im Vorjahr wurde das Format überarbeitet. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) und Kurt Scholz, Leiter des Forums Zentralmatura, warnen aber vor der Spekulation auf sehr einfache Aufgaben.

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© APA/Techt(Symbolbild)



Wien – Mit den Klausuren in den Minderheitensprachen sowie in Spanisch beginnt am Montag (6. Mai) die Zentralmatura 2019. Am Mittwoch steht mit Mathematik die Königsdisziplin an – nach schlechten Ergebnissen im Vorjahr wurde das Format überarbeitet. Sowohl Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) als auch der Leiter des Forums Zentralmatura, Kurt Scholz, warnten aber vor Spekulationen auf „leichte“ Aufgaben.

2018 waren in Mathe an den AHS rund 22 Prozent an den schriftlichen Klausuren gescheitert, an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) waren es 19 Prozent. „Im Vorjahr war es schwierig, heuer wird es deshalb leichter – vor dieser Spekulation muss ich warnen“, so Scholz bei einer Pressekonferenz am Freitag. Auch Faßmann hatte „eine schlechte Nachricht: ich muss alle jene enttäuschen, die glauben, dass die Matura leichter wird. Das wird sie nicht.“

Die gute Nachricht des Ministers: „Wir sind guter Dinge, dass wir sie vielleicht verständlicher und fairer gemacht haben.“ Änderungen habe es etwa bei der Verständlichkeit der Texte gegeben, so Scholz. „Wenn es sprachliche Fallen gegeben hat, werden sich diese nach menschlichem Ermessen nicht wiederholen.“

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Zeiteinteilung gelockert und halbe Punkte möglich

Ganz konkrete Erleichterungen gibt es in Mathe an den AHS: Dort wird die Zeiteinteilung der aus zwei getrennten Blöcken bestehenden Matura gelockert. Bisher musste der zweistündige Grundlagenteil (24 Punkte) mit einfacheren Aufgaben gelöst und abgegeben werden, anschließend der zweieinhalbstündige zweite Teil mit anspruchsvolleren Aufgaben (ebenfalls 24 Punkte). Nun werden beide Aufgabenteile gleichzeitig zu Beginn ausgeteilt und können die vollen viereinhalb Stunden bearbeitet werden.

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Weitere Änderung: Im Grundlagenteil können bei bestimmten Aufgaben künftig auch halbe Punkte verteilt werden – bisher gab es nur für die vollständig korrekte Lösung einen vollen Punkt und sonst keinen. Und auf einen „psychologischen Aspekt“ macht Scholz aufmerksam. Die Aufsicht sollen nicht mehr fachfremde Lehrer führen, sondern möglichst der Klassen- oder ein anderer Fachlehrer. „Das hat mich irritiert – dieses Misstrauen: der könnte ja was verraten“, so Scholz. Durch die Anwesenheit eines Fachlehrers werde die Prüfungssituation an jene in der achten Klasse angepasst.

Schließlich wird auch der Bewertungsschlüssel geändert: Für einen Vierer waren bisher 16 Punkte im Grundlagenteil nötig, wobei im zweiten Teil dafür noch vereinzelt „Bonuspunkte“ gesammelt werden konnten. Nun sollen als zweite Möglichkeit auch insgesamt 24 Punkte aus beiden Teilen für ein Genügend ausreichen. Das führt allerdings auch zu zwei unterschiedlichen Beurteilungsschlüsseln.

Insgesamt treten bei der Zentralmatura rund 45.000 Schüler an AHS, BHS und bei der Berufsreifeprüfung an. Dafür wurden über alle Fächer gerechnet 200.000 Prüfungshefte auf vier Mio. Seiten gedruckt. Gewinner der heuer kürzeren Mathe-Aufgaben ist übrigens der Wald: insgesamt wurden deshalb 140.000 Seiten weniger gedruckt. Das entspreche ca. 1,4 Tonnen Holz, so Faßmann. (APA)


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