Letztes Update am Mo, 06.05.2019 11:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innenpolitik

Ex-Kommissar Fischler: „Lehne Kickl als Repräsentanten Österreichs ab“

Der frühere EU-Kommissar Franz Fischler wehrt sich dagegen, „dass nationalistische bis rechtsextreme Rülpser als Österreich dargestellt werden“. Dem freiheitlichen EU-Spitzenkandidaten Vilimsky attestiert der Tiroler, die EU zerstören zu wollen. Dieser reagiert erbost.

Alt-EU-Kommissar Franz Fischler (ÖVP) übt massive Kritik an der FPÖ.

© TT/ Rudy De MoorAlt-EU-Kommissar Franz Fischler (ÖVP) übt massive Kritik an der FPÖ.



Wien – Scharfe Kritik an der FPÖ übt der ehemalige österreichische EU-Kommissar und ÖVP-Politiker Franz Fischler. Im Standard meint der Tiroler etwa: „Ich lehne es ab, Herrn (Innenminister Herbert) Kickl als Repräsentanten Österreichs zu akzeptieren.“ Er wehre sich dagegen, „dass diese nationalistischen bis rechtsextremen Rülpser als Österreich dargestellt werden“.

Dies werde leider auch im Ausland oft so wahrgenommen, meint der Präsident des Forum Alpbach: „Es stört mich, dass man dagegen so wenig unternimmt.“ Die bisherige Theorie, dass Regierungsarbeit die eine Sache sei und das, was die FPÖ als Partei für sich mache, die andere, und dass beides nichts miteinander zu tun habe, ist für Fischler nicht haltbar: „Das erfordert eine Klarstellung.“

Fischler würde sich auch wünschen, dass sein Freund, ÖVP-Spitzenkandidat Othmar Karas, mehr Unterstützung von der Volkspartei bekommen würde. Viel mehr störte ihn jedoch, dass der freiheitliche Listenerste Harald Vilimsky mehrfach öffentlich und unwidersprochen behaupten habe können, er sei der Regierungskandidat für die europäischen Wahlen: „Das ist genau genommen eine Frechheit. Herr Vilimsky ist das Gegenteil davon, und er macht ja nicht einmal einen Hehl daraus, dass es sein Ziel ist, die jetzige EU zu zerstören.“

Vilimsky erbost

Vilimsky reagierte am Montag erbost auf Fischlers Aussagen und spielte die Kritik an seiner Partei zurück. „Die Achse Karas-Fischler steht für noch mehr EU-Zentralismus“, attackierte er in einer Aussendung gleichzeitig seinen VP-Mitbewerber Karas.

Spätestens jetzt sei klar, dass man mit einer Stimme für die ÖVP den Weg zurück in die EU-Vergangenheit wähle, so Vilimsky. Nach Fischler sei es außerdem nur eine Frage der Zeit, bis mit dem ehemaligen ÖVP-Chef Erhard Busek der nächste EU-Zentralist in den Chor einstimme. (APA, TT.com)