Letztes Update am Fr, 17.05.2019 16:05

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bildungspolitik

Zentralmatura: Dieses Jahr wesentlich weniger Fünfer an AHS

Nur noch elf statt letztes Jahr rund 22 Prozent der Kandidaten schrieben im Fach Mathematik einen Fünfer. Anders ist es an den BHS: Dort sanken die Fünfer-Zahlen nur geringfügig von knapp 20 auf 17 Prozent.

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Wien – Die Zentralmatura im Fach Mathematik ist an den AHS heuer wesentlich besser ausgefallen als im Vorjahr. Darauf deuten die im Bildungsministerium gemeldeten Notenanträge der Mehrzahl der Schulen hin. Nach derzeitigem Stand bekamen nur mehr elf statt rund 22 Prozent der Kandidaten einen Fünfer. Etwas anders ist es an den BHS: Dort sanken die Fünfer-Zahlen nur geringfügig von knapp 20 auf 17 Prozent.

Insgesamt langten im Ministerium bisher Notenanträge von rund 80 Prozent der AHS und BHS ein. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) freute sich über die besseren Resultate – auf der anderen Seite sei die Reifeprüfung aber auch „nicht so ausgefallen, dass man uns den Vorwurf machen kann, sie wird hergeschenkt“.

Die Zahl der mit Sehr Gut beurteilten Arbeiten sank an den AHS von neun auf acht Prozent, an den BHS stieg sie von fünf auf sieben Prozent. Die Durchschnittsnoten verbesserten sich geringfügig von 3,2 auf 3,1 Prozent (AHS) bzw. von 3,5 auf 3,4 Prozent (BHS).

Ländervergleich: In Oberösterreich am wenigsten Fünfer

Nach Bundesländern wurden vorerst an den AHS die wenigsten Fünfer in Oberösterreich (7,5 Prozent) verzeichnet, die meisten in Wien (16,5 Prozent) und Salzburg (15,8 Prozent). An den BHS gab es in der Steiermark (13,3 Prozent) die wenigsten negativen Noten und im Burgenland (22,2 Prozent) und Kärnten (22,1 Prozent) die meisten.

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Für Faßmann hat vor allem die „erhöhte Zeitsouveränität zur Entspannung“ und damit den besseren Ergebnissen beigetragen. An den AHS musste bisher der Grundlagenteil (24 Punkte) mit einfacheren Aufgaben innerhalb von zwei Stunden gelöst und abgegeben werden, anschließend der zweieinhalbstündige zweite Teil mit anspruchsvolleren Aufgaben (ebenfalls 24 Punkte). Heuer wurden beide Aufgabenteile gleichzeitig zu Beginn ausgeteilt und konnten die vollen viereinhalb Stunden bearbeitet werden. Außerdem habe es bei einzelnen Aufgaben auch die Möglichkeit zur Vergabe von halben Punkten gegeben und man habe gezielt auf die Textverständlichkeit geachtet.

Faßmann: „Für eine Entwarnung zu früh“

Sowohl Faßmann als auch der Leiter des Forums Zentralmatura, Kurt Scholz, betonten aber, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sei. „Für eine Entwarnung ist es zu früh“, meinte Scholz. Man müsse nun weiterarbeiten, um Ängste vor dem Fach zu nehmen.

Einen anderen Aspekt orteten von der APA befragte Nachhilfelehrer. Die heurigen Beispiele seien vom Schwierigkeitsgrad und von den erforderlichen Rechenoperationen her nicht leichter oder schwerer als in den Jahren davor gewesen, so der Tenor. Zumindest an den AHS habe es aber heuer mehr „Sicherheitsaufgaben“ gegeben - also Beispiele, die ähnlich gebaut waren wie solche bei den Reifeprüfungen davor. „Der Wiedererkennungseffekt war sicher höher. Zumindest für jene, die zur Vorbereitung die alten Maturaaufgaben durchgearbeitet haben.“

Am 28. und 29. Mai finden noch die Kompensationsprüfungen statt. Dabei können sich Schüler mit einem Fünfer ihre Note noch (bestenfalls auf ein Befriedigend) ausbessern. (APA)


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