Letztes Update am Do, 30.05.2019 09:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ÖH Wahl

Grüne sichern linke Mehrheit bei ÖH-Wahl: So hat Tirol gewählt

Die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) haben österreichweit an den meisten Hochschulen dazugewonnen. An der Innsbrucker Uni holte die VP-nahe AktionsGemeinschaft die meisten Stimmen.

Wahlplakate für die ÖH-Wahl.

© APAWahlplakate für die ÖH-Wahl.



Wien – Bei den Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) hat die derzeitige linke ÖH-Führung aus Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ), Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) und Fachschaftslisten (FLÖ) ihren Mandatsstand insgesamt ausgebaut. Großer Wahlsieger sind die GRAS mit einem Plus von sieben Prozentpunkten. Die Wahlbeteiligung stieg leicht von 24,5 auf knapp 26 Prozent.

Bisher kamen VSStÖ, GRAS und FLÖ gemeinsam auf 29 Mandate in der 55-köpfigen Bundesvertretung, dem österreichweiten Studentenparlament. Künftig werden es 31 Sitze sein.

AG holte in Innsbruck die meisten Stimmen

An der Uni Innsbruck holte die VP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) 45,46 Prozent der Stimmen. Die GRAS kam auf 26,78 Prozent, gefolgt von VSStÖ (16,61 %), JUNOS (6,77 %), KSV-KJÖ (2,6 %) und RFS (1,77 %).

Weitere Tiroler Uni-Ergebnisse:

MCI Innsbruck: GRAS (31,29%), AG (29,49%), JUNOS (18,21%), VSStÖ (11,63%), FLÖ (3,7%), RFS (2,52%), No Ma‘am (1,44%), KSV-KJÖ (0,9%), KSV-LILI (0,81%).

PH Tirol: GRAS (44,44%), AG (24,84%), VSStÖ (16,99%), JUNOS (7,84%), FLÖ (3,27%), KSV-KJÖ (1,31%), KSV-LILI (0,65%), RFS (0,65%), No Ma‘am (0%).

Kirchliche PH Edith Stein Innsbruck: AG (34,85%), JUNOS (28,79%), GRAS (19,7%), VSStÖ (13,64%), FLÖ (1,52%), RFS (1,52%), KSV-LILI, KSV-KJÖ und No Ma‘am jeweils 0%.

Med-Uni Innsbruck: AG (36,21%), GRAS (30,12%), VSStÖ (15,73%), JUNOS (13,07%), FLÖ (2,10%), RFS (1%), KSV-KJÖ (0,78%), No Ma‘am (0,55%), KSV-LILI (0,44%).

FH Gesundheitsberufe Tirol: GRAS (50,45%), AG (26,13%), VSStÖ (17,12%), JUNOS (4,5%), RFS (1,8%), FLÖ, KSV-LILI, No Ma‘am und KSV-KJÖ jeweils 0%.

UMIT Hall in Tirol: GRAS (37,18%), AG (34,62%), JUNOS (11,54%), VSStÖ (10,26%), KSV-KJÖ (3,85%), KSV-LILI (1,28%), No Ma‘am (1,28%), RFS und FLÖ jeweils 0%.

Dieses Plus geht größtenteils auf das Konto der GRAS: Sie kamen mit einem Zuwachs von 7,1 Prozentpunkten auf 22,7 Prozent und 13 Mandate (plus vier). Der VSStÖ legte um 1,9 Prozentpunkte auf 22,4 Prozent und ebenfalls 13 Mandate (plus eins) zu. Die FLÖ waren dagegen der große Verlierer des Wahlabends: Sie kamen nur mehr auf 9,8 Prozent der Stimmen bzw. fünf Mandate und büßten 4,3 Prozentpunkte bzw. drei Sitze ein.

Weiter stärkste Fraktion in der ÖH-Bundesvertretung bleibt die VP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) mit wie bisher 15 Mandaten. Am Ende kam sie auf 26,9 Prozent der Stimmen (plus 0,5 Prozentpunkte). Die zweitgrößte Oppositionsfraktion, die Jungen und liberalen Studierenden (JUNOS) büßten ein Mandat ein und halten bei nunmehr sechs Sitzen. Mit 10,3 Prozent (minus 2,4 Prozentpunkte) blieben sie knapp zweistellig.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Ring Freiheitlicher Studenten überflügelt

Beide Kommunistischen StudentInnenverbände (KSV-KJÖ bzw. KSV-Lili) überflügelten diesmal stimmenmäßig den Ring Freiheitlicher Studenten (RFS). Alle drei Fraktionen erhalten aber je ein Mandat in der Bundesvertretung. Katerstimmung dürfte dagegen bei der Bier-und Spaßfraktion No Ma‘am herrschen: Sie flog aus dem bundesweiten Studentenparlament hinaus.

Dem Ergebnis entsprechend war der Grüne Parteichef Werner Kogler in die Wahlzentrale gekommen. Für ihn reiht sich das Ergebnis der GRAS in den momentanen Lauf seiner Fraktion ein: „Die Grünen sind zurück“, so sein Befund – wobei er für die Gründe „aber keine nähere Erklärung geben“ könne. Den lieferte die GRAS-Ko-Spitzenkandidatin Adrijana Novakovic. Die Themen Ökologie und Nachhaltigkeit würden die Studenten stark beschäftigen: „Klimaschutz muss endlich in Forschung und Lehre eingebracht werden.“

Auf künftige Koalitionen wollte sich am Wahlabend niemand festlegen. Neben der bisherigen linken Dreier-Koalition aus VSStÖ, GRAS und FLÖ wären künftig anders als bisher auch wieder Zweierkoalitionen möglich (AG und GRAS bzw. AG und VSStÖ). Sogar eine Zusammenarbeit zwischen VSStÖ, GRAS und den beiden KSV käme auf eine Mehrheit von 28 Sitzen.

Entschieden wird dies in den kommenden Wochen. Die konstituierende Sitzung der nächsten ÖH-Bundesvertretung findet dann am 21. Juni statt. (APA)