Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 01.06.2019


Innenpolitik

Teurer Berater und Lerchers Rückkehr in der SPÖ

Rote zahlen Berater 20.000 Euro im Monat. Tirols SPÖ-Chef verlangt beim nächsten Präsidium Klärung.

Der frühere SPÖ-Manager Max Lercher steht vor Comeback.

© APA/ScheriauDer frühere SPÖ-Manager Max Lercher steht vor Comeback.



Von Michael Sprenger

Wien – Einigkeit und Geschlossenheit. Dieses Bild nach außen vermittelte die SPÖ am Dienstag nach dem Parteivorstand mit Blick auf die Nationalratswahl im Herbst. Doch nur zwei Tage später wurden Interna an den Kurier gespielt. Nedeljko Bilalic ist seit Monaten in der Parteizentrale der SPÖ tätig. Und er bekommt dort ein Beraterhonorar von 20.000 Euro. Bilalic war Pressesprecher von Ex-Kanzler Werner Faymann und dem früheren Kanzleramtsminister Thomas Drozda. Und er managte nicht gerade erfolgreich den Präsidentschaftswahlkampf für Rudolf Hundstorfer.

In der Partei stößt dieses Honorar sauer auf. „Was war bisher seine Leistung?“, fragt ein SPÖ-Grande und verweist auf die Außendarstellung seiner Partei.

Bundesgeschäftsführer Drozda verteidigt das Honorar. In der SPÖ-Zentrale zeigt man auf die ÖVP, wo wohl viel mehr an Honoraren gezahlt werde.

Dem Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer reicht das nicht: „Dieses Beraterhonorar wird sicher Gegenstand beim nächsten Parteipräsidium sein. Ich kenne den Herrn Bilalic nicht, kenne auch nicht seinen Vertrag. Aber ich bin aufgrund meiner Erfahrungen in der Tiroler SPÖ ein gebranntes Kind. Der Output dieser Berater ist meist sehr überschaubar“, sagt Dornauer der Tiroler Tageszeitung.

Während Bilalic für parteiinternen Ärger sorgt, plant der frühere SPÖ-Bundesgeschäftsführer ein politisches Comeback. Max Lercher diente unter Christian Kern als Parteimanager, musste aber beim Führungswechsel zu Pamela Rendi-Wagner sein Amt räumen und für Drozda den Platz frei machen.

Lercher ist in der Partei sehr beliebt. Er spricht jene Menschen an, die zuletzt von der Partei vergessen worden sind. Lercher steht für eine der Partei abhandengekommene „Proletenkultur“.

Max Lercher wird von der steirischen SPÖ auf einem aussichtsreichen Listenplatz nominiert. Damit sollte sein Einzug in den kommenden Nationalrat fix sein. In einem Facebook-Video erklärt er: „Ich bin bereit.“ Lercher will gemäß dem Motto „Es geht nicht um mich, es geht um uns“ eine Stimme für jene sein, die lange nicht gehört wurden.

Lercher könnte aber bereits im Wahlkampf wieder eine aktive Rolle in der Wiener Parteizentrale einnehmen.