Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.06.2019


Neue Regierung

Umstrittene Personalie: Verkehrsminister mit einschlägiger Vergangenheit

Der nunmehrige Verkehrsminister Andreas Reichhardt war einst mit Heinz-Christian Strache bei Wehrsportübungen zugange. Dass dieser FPÖ-Mann und Burschenschafter (deutschnationale Akademische Grenzlandsmannschaft Cimbria) ein Ressort führt, wird kritisiert.

Neo-Minister Reichhardt war einst Wehrsport-Kamerad.

© APANeo-Minister Reichhardt war einst Wehrsport-Kamerad.



Von Karin Leitner

Wien – Warum ist auch in der jetzigen Regierung jemand mit einschlägiger Vergangenheit? Der nunmehrige Verkehrsminister Andreas Reichhardt war einst mit Heinz-Christian Strache bei Wehrsportübungen zugange. Dass dieser FPÖ-Mann und Burschenschafter (deutschnationale Akademische Grenzlandsmannschaft Cimbria) ein Ressort führt, wird kritisiert. „Es ist unverständlich, dass jemand, der im Neonazi-Milieu aktiv war, zum Minister ernannt wird, ohne dass es von ihm zuvor ein Wort der Distanzierung von Rechtsextremismus gegeben hat“, konstatiert SOS-Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak.

Auch Altbundespräsident Heinz Fischer behagt Reichhardts Kür nicht. „Ich hätte vielleicht ein bisschen länger gesucht nach einer bestmöglichen Lösung, vielleicht einer Frau“, befand er in der ZiB 2. Was sagt das amtierende Staatsoberhaupt, Alexander Van der Bellen, zu dieser Aussage des Vorgängers? Warum hat er Reichhardt als Minister gutgeheißen? Eine Antwort aus der Hofburg gibt es der TT gegenüber nicht.

Unter Blauen hat Reichhardt Karriere im Verkehrsressort gemacht; im Jänner 2018 ernannte ihn Norbert Hofer zum Generalsekretär. Reichhardt werkte auch unter roten Ministern (von Werner Faymann bis Jörg Leichtfried) – als Sektionschef. Hat die SPÖ also kein Problem damit, dass ein Ex-Wehrsport-Kamerad mitregiert? Der TT wird dazu gesagt: „Die Ministerliste ist ein Vorschlag der Bundeskanzlerin. Der Bundespräsident hat sie akzeptiert.“

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