Letztes Update am Do, 06.06.2019 23:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rüstungsindustrie

Eurofighter: WKStA-Chefin Ilse Vrabl-Sanda bekräftigt Vorwürfe

Die Chefin der Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) Ilse Vrabl-Sanda hat nach eigenem Bekunden über die Strafanzeigen gegen fünf Staatsanwälte ihrer Behörde aus den Medien erfahren.

Ilse Vrabl-Sanda, Leiterin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft

© APAIlse Vrabl-Sanda, Leiterin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft



Wien – WKStA-Chefin Ilse Vrabl-Sanda hat ihre Vorwürfe gegen den früheren Generalsekretär des Justizministeriums, Christian Pilnacek, im Zusammenhang mit dem Eurofighter-Verfahren am Donnerstag bekräftigt. Sie sei „noch nie in so eine Zwangslage“ versetzt worden, „dass ich von meinen Vorgesetzten eine Vorgabe erhalten habe, die so nicht dem Gesetz entspricht“, sagte sie im „ZIB2“-Interview.

Es habe Vorgaben gegeben, „die nicht in einer förmlichen Weisung erklärt wurden“, sondern informelle Vorgaben, „die insgesamt bedeutet haben, „dass wir die Akten so schnell wie möglich, sehr rasch erledigen müssen - egal auf welche Weise“, so die Chefin der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). Es sei nicht konkret um die Einstellung, sondern um „eine Beendigung“ gegangen - „ich möchte sagen egal wie“.

„Grundsätzlich gelassen“

Zu der Einschätzung, Pilnacek und zwei Oberstaatsanwälte anzuzeigen, sei sie gemeinsam mit vier „erfahrenen Oberstaatsanwälten“ wegen des Gesamtbildes gelangt. „Wir sind der Ansicht gewesen, dass es jedenfalls eine Anzeigepflicht gegeben hat.“

Dass die Oberstaatsanwaltschaft Wien wiederum fünf Staatsanwälte der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft angezeigt habe, habe sie auch erst heute aus den Medien erfahren. Sie rechne damit, dass sie darunter ist, so Vrabl-Sanda: „Weil ich diejenige bin, die hauptverantwortlich für diese Anzeige ist.“ Sie stehe einer solchen Anzeige aber „grundsätzlich gelassen“ entgegen. (APA)