Letztes Update am Do, 13.06.2019 15:27

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innenpolitik

Ibiza-Video: Gegen Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache wird ermittelt

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Untreue gegen den ehemaligen FPÖ-Chef. Im Ibiza-Video hatte er damit geprahlt, wie vermögende Personen Gelder über gemeinnützige Vereine am Rechnungshof vorbei an die Partei schleusen.

Eine Szene aus dem belastenden "Ibiza - Video" in der Causa Strache und Gudenus.

© APA/SPIEGEL/SüDDEUTSCHE ZEITUNGEine Szene aus dem belastenden "Ibiza - Video" in der Causa Strache und Gudenus.



Wien – Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat Ermittlungen gegen Ex-FPÖ-Chef und Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache eingeleitet. Wie das Nachrichtenmagazin profil am Donnerstag online berichtete, lautet der Verdacht auf Untreue. Der APA wurden die Ermittlungen gegen Strache von der WKStA bestätigt.

Die Ermittlungen werden gegen Strache und den ebenfalls zurückgetretenen Klubobmann Johann Gudenus sowie gegen weitere Unbekannte wegen Untreue „in unterschiedlichen Beteiligungsformen“ geführt, hieß es. Straches Anwalt Johann Pauer bat gegenüber profil um Verständnis, dass er sich „zu laufenden Strafverfahren nicht äußern“ könne. Laut dem Nachrichtenmagazin laufen die Ermittlungen gegen Strache und Gudenus seit 20. Mai, was die WKStA nicht bestätigte.

Die Ermittlungen der WKStA gehen auf das Mitte Mai von SZ und Spiegel in Auszügen veröffentlichte „Ibiza-Video“ zurück, in dem Strache mit dem ebenfalls zurückgetretenen Klubobmann Johann Gudenus und einer vermeintlichen russischen Oligarchennichte über verdeckte Parteienfinanzierung spricht. Den Aussagen der beiden zufolge sollen im Wahlkampf 2017 mehrere vermögende Personen zwischen 500.000 Euro und zwei Mio. Euro über parteinahe Vereine an die FPÖ geschleust haben, um die Meldepflicht von Großspenden an den Rechnungshof zu umgehen.

In derselben Strafsache will die Korruptionsstaatsanwaltschaft auch gegen FPÖ-Nationalrat Markus Tschank ermitteln, da er in mehreren FPÖ-nahen Vereinen aktiv war. Am heutigen Donnerstag stimmte der Nationalrat der Aufhebung von Tschanks Immunität einstimmig zu. Der FPÖ-Mandatar war selbst dafür eingetreten, dem Ersuchen der WKStA nachzukommen. (APA)

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