Letztes Update am Sa, 22.06.2019 20:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wiener Grüne

Ära Vassilakou zu Ende: Birgit Hebein als Nachfolgerin nominiert

Die Wiener Grünen haben am Samstag gleich mehrere Weichen für die Zukunft gestellt: Die Landesversammlung nominierte Birgit Hebein als Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin. Durch eine Änderung des Parteistatuts wurde sie zudem erste Parteichefin der Wiener Grünen.

Gemeinderätin und Spitzenkandidatin der Grünen Wien Birgit Hebein mit der scheidenden Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.

© APA/GroderGemeinderätin und Spitzenkandidatin der Grünen Wien Birgit Hebein mit der scheidenden Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.



Von Carmen Baumgartner-Pötz

Wien – Ein Besuch beim Donauinselfest, dem rekordverdächtigen Besuchermagneten für Einheimische und Nicht-Wiener, geht sich dieses Wochenende dann doch nicht aus. Für Birgit Hebein stand der heutige Samstag mit der Landesversammlung der Wiener Grünen ganz im Zeichen der Staffelübergabe: Die 52-Jährige wurde als Nachfolgerin der langjährigen Parteichefin Maria Vassilakou nominiert. Die offizielle Kür zur neuen Verkehrs- und Planungsstadträtin bzw. als Vizebürgermeisterin findet in ein paar Tagen im Gemeinderat statt.

Bis jetzt wird die gebürtige Kärntnerin noch nicht von jedem auf der Straße erkannt, ihr Bekanntheitsgrad ist noch ausbaufähig: „Ich freue mich über jedes Lächeln, jede Begegnung. Die Wiener begegnen mir sehr freundlich“, so Hebein zur TT. Ihr stehen intensive und heiße Wochen bevor: „Der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern ist mir sehr wichtig. Ich möchte den Sommer dazu nutzen, alle Wiener Bezirke zu besuchen und mit den Menschen über Klimaschutz zu sprechen.“ Es ist das Thema, mit dem die Grünen auch im Herbst in den Nationalratswahlkampf ziehen werden, Hebein findet es gut, dass das Bewusstsein dafür in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. „Eine gesunde Umwelt und Klimaschutz sind ureigene Grün-Themen. Seit dem vergangenen, sehr heißen Sommer ist die Brisanz für die Leute spürbar geworden. Und bei der EU-Wahl haben wir gemerkt: Uns wird hohe Glaubwürdigkeit attestiert, weil wir immer schon auf die Folgen des Klimawandels hingewiesen haben.“

Maria Vassilakou und Bundessprecher Werner Kogler beim Abschied während der Landesversammlung.
Maria Vassilakou und Bundessprecher Werner Kogler beim Abschied während der Landesversammlung.
- APA

Von Maria Vassilakous neun Jahren in Wien bleiben einige große Projekte in Erinnerung, etwa die Öffi-Jahreskarte um 365 Euro, der Umbau der Mariahilfer Straße und der Anfang Juni begonnene Umbau der Rotenturmstraße (vom Stephansdom zum Schwedenplatz im 1. Bezirk). Alles andere als reibungslos verlief und verläuft hingegen der geplante Turmbau am Heumarkt. Vassilakou hofft, dass es hier zu einer Einigung mit der Unesco, die mit der Aberkennung des Prädikats Weltkulturerbe für das historische Zentrum droht, kommt.

Hebein ist zuversichtlich, dass die bestehende Koalition in Wien künftig Projekte mit stärkerer gemeinsamer Handschrift schafft: „Rot-Grün hat gemeinsam eine neue, geradezu revolutionäre Bauordnung beschlossen, die ökologisches und leistbares Wohnen vereint. Außerdem wurden zusätzliche Millionen für Bäume bzw. Beschattung freigegeben. Beides sind sehr gute Entscheidungen für Wien“, so die designierte Vizebürgermeisterin.

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Angesprochen auf eine Selbstbeschreibung ihres Stils wird die 52-Jährige kurz nachdenklich. „Man vergisst nie, woher man kommt. Ich finde es gut, wenn Menschen mit Berufserfahrung in die Politik gehen. Mich hat mein Job als Sozialarbeiterin und die Begegnung mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen sehr geprägt. Soziale Gerechtigkeit ist mir ein Grundanliegen.“