Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 25.06.2019


Österreich

Adler Runde: Einflussreich und politisch aktiv

In der aktuellen Debatte um die Parteispenden an die ÖVP rückt die Adler Runde österreichweit in den Fokus. „Zu Unrecht“, findet Ingeborg Freudenthaler, Unternehmerin und Sprecherin eben dieser Unternehmer-Runde.

Der Vorstand der Adler Runde mit der früheren Wirtschaftsmininsterin Margarete Schramböck (2. v. r.). Von links: Klaus Mark, Fritz Unterberger, Ingeborg Freudenthaler, Anton Pletzer und Peter Grüne.

© Gerhard BergerDer Vorstand der Adler Runde mit der früheren Wirtschaftsmininsterin Margarete Schramböck (2. v. r.). Von links: Klaus Mark, Fritz Unterberger, Ingeborg Freudenthaler, Anton Pletzer und Peter Grüne.



Von Michael Sprenger

Innsbruck – Die Adler Runde, ein Zusammenschluss einflussreicher Tiroler Unternehmer, äußert sich immer wieder politisch, mischt sich vor Wahlen ein (wie zuletzt bei der Landtagswahl), wenn sie es aus ihrer Sicht für notwendig erachten.

Als es einst darum ging, gegen das Kabinett Christian Kern (SPÖ) Position zu beziehen, tat man dies im Mai des Jahres 2017 auch in einem Zeitungsinserat kund. Monate später wurde der Nationalrat neu gewählt, weil der damals zum ÖVP-Obmann designierte Sebastian Kurz wenige Tage nach Erscheinen des Zeitungsinserats die Koalition mit der SPÖ aufgekündigt hatte.

In der aktuellen Debatte um die Parteispenden an die ÖVP rückt die Adler Runde österreichweit in den Fokus. „Zu Unrecht“, findet Ingeborg Freudenthaler, Unternehmerin und Sprecherin eben dieser Unternehmer-Runde. „Die Adler Runde hat nie gespendet. Und sie wird das auch in Zukunft nicht tun.“ Allerdings spendeten einzelne Mitglieder der Runde für den Wahlkampf von Kurz. Allen voran der erfolgreiche Bauunternehmer Klaus Ortner (438.000 Euro).

Bereits ein Jahr zuvor, im Jahr 2016, warb Kurz in Tirol bei Unternehmern um Spenden. Und zwar für den Fall des Wechsels in der ÖVP und den dann geplanten Neuwahlen. Darauf hat Reinhold Mittelehner in seinem Buch „Haltung“ hingewiesen. Mitterlehner trat im Mai 2017 als ÖVP-Chef und Vizekanzler zurück – Kurz übernahm.

„Dass jetzt die Spenden hochkochen, kann ich nicht nachvollziehen. Ich versteh’ die Aufregung nicht“, meinte Freudenthaler und erinnert an die Unterstützung der NEOS durch Unternehmer Hans Peter Haselsteiner.

Wird die Adler Runde im laufenden Wahlkampf wieder aktiv? „Wir werden uns jedenfalls politisch äußern, wenn wir es für notwendig erachten“, sagte Freundenthaler.