Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 12.07.2019


NR-Wahl

„Aufholjagd kann beginnen“: SPÖ spürt eine Trendumkehr

Der Abstand zur ÖVP: 14 Prozent. Trotzdem glaubt die SPÖ, eine „Ibiza-Koalition“ verhindern zu können.

SPÖ-Geschäftsführer Thomas Drozda und Wahlkampfleiter Christian Deutsch (r.) wollen die „Ibiza-Koalition“ verhindern.

© SPOeSPÖ-Geschäftsführer Thomas Drozda und Wahlkampfleiter Christian Deutsch (r.) wollen die „Ibiza-Koalition“ verhindern.



Von Michael Sprenger

Wien – Die Ausgangslage – elf Wochen vor dem Wahltag – spricht nicht für die SPÖ. Davon wollen sich aber weder Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda noch Wahlkampfleiter Christian Deutsch beirren lassen. Im Gegenteil.

Sie wollen mit einem „inhaltlich starken und sauberen Wahlkampf“ am 29. September den ersten Platz erreichen. Für Deutsch geht es bei der Wahlauseinandersetzung um eine Kernfrage: „Soll die Ibiza-Koalition von ÖVP und FPÖ fortgeführt werden?“ Oder stimmen die Bürger für „eine Politik des Miteinander“? Die rhetorisch gestellte Frage wird in der Parteizentrale eindeutig beantwortet. Drozda und Deutsch erkennen einen ansteigenden Optimismus, die Wahl zu gewinnen. „Das Momentum ist auf unserer Seite, wir haben die Talsohle durchschritten“, weiß Drozda. Die „Aufholjagd kann beginnen“, ergänzt Deutsch.

„Das subjektive Gefühl einer geänderten Stimmungslage in der Bevölkerung“ lesen die beiden Verantwortlichen für den SPÖ-Wahlkampf an einer Umfrage ab, die die Partei beim Wahlforschungsinstitut Ifes in Auftrag gegeben hat. Das Ergebnis zeigt aber noch einen großen Abstand zur ÖVP. Würde am Sonntag gewählt, käme die ÖVP auf 37 Prozent. Die SPÖ als zweitstärkste Kraft müsste sich mit 23 Prozent begnügen. Die FPÖ würde 19 Prozent erreichen; die Grünen brächten es auf elf Prozent, die NEOS auf acht. „Entscheidend ist aber für uns, dass wir die Trend­umkehr geschafft haben. Die ÖVP sinkt, wir steigen“, diagnostiziert Deutsch.

In den kommenden Wochen setzt die SPÖ voll und ganz auf Pamela Rendi-Wagner. Am Samstag findet der Bundesparteirat statt (Motto: „Mut für Österreich. Gut für Österreich“). Am Dienstag startet die Parteivorsitzende ihre Österreich-Tour.

Drozda und Deutsch versprechen einen transparenten und sauberen Wahlkampf – im Internet und auf der Straße. Die Kernanliegen sind Pflege, leistbares Wohnen, Gesundheitsvorsorge, Umwelt und Sicherheit. „Wir setzen auf unsere Themen, werden uns mit dem politischen Gegner nicht beschäftigen. Wir wollen keinen Negativwahlkampf“, versichert Deutsch.




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