Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.07.2019


Innenpolitik

Jetzt-Chefin gibt sich für Tirol bedeckt

Maria Stern will mit der Liste Jetzt auch nach der Wahl noch in der Bundespolitik mitmischen.

© PaumgarttenMaria Stern will mit der Liste Jetzt auch nach der Wahl noch in der Bundespolitik mitmischen.



Innsbruck – Seit vergangenem Samstag steht fest, dass die Liste Jetzt bei der Nationalratswahl im Herbst antreten wird. Gestern stattete Parteiobfrau und Bundeslistenzweite Maria Stern Tirol einen Besuch ab, um für dieses Unternehmen die Werbetrommel zu rühren – eine Rückkehr in die alte Heimat, wie sie betonte. Immerhin verbrachte die gebürtige Berlinerin einen Teil ihrer Kindheit in Innsbruck.

„Ich bin der Meinung, dass es uns im nächsten Nationalrat braucht, weil wir die Einzigen sind, die nicht in eine Regierung mit Sebastian Kurz drängen“, so Stern. Sie und ihr Team – allen voran Spitzenkandidat Peter Pilz – seien daher die richtige Wahl, wenn es darum gehe, eine echte Oppositionspartei in den Nationalrat zu wählen. Und die brauche es angesichts der Politik, die zuletzt in Österreich gemacht wurde, unbedingt. „Kurz kann Kanzler nicht“, sagt Stern. Das habe er in den 17 Monaten Schwarz-Blau klar bewiesen.

Was das Team und mögliche Spitzenkandidaten der Liste Jetzt für Tirol betrifft, gibt sich die Parteichefin derzeit noch bedeckt. Man werde zu gegebenem Zeitpunkt Namen nennen und Kandidaten präsentieren. Dass ihre Partei bisher in Tirol kaum von sich reden gemacht oder landespolitische Themen besetzt hat, räumt die Jetzt-Frontfrau ein. Sie führt das auf die Tatsache zurück, dass es in Tirol noch keine aktive Landesgruppe gibt. „Wir haben uns beim Aufbau der Landesgruppen zunächst auf die Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark konzentriert“, sagt Stern. Für den Frühsommer sei genau das auch für Tirol und Vorarlberg geplant gewesen, dann sei allerdings das Aus der Bundesregierung dazwischengekommen. „Jetzt machen wir das halt im Wahlkampf nebenher“, so Stern.

Erklärtes Ziel ist der Wiedereinzug in den Nationalrat. Um diesen zu schaffen, werde man in den kommenden Wochen und Monaten vor allem auf die Themen Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung setzen. „Ich bin optimistisch, dass wir das schaffen“, sagt Stern und verspricht einen kurzen, aber intensiven Wahlkampf. Dass Listengründer Peter Pilz diesmal anders als 2017 bei allen TV-Elefantenrunden vertreten sein wird, werde dabei sicher helfen. Stern: „Ich weiß nämlich: Kurz hat Schiss vor Pilz.“ (np)