Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.07.2019


Neuwahl

Die FPÖ plant einen Parteitag kurz vor der Wahl

Wie, um wie viel und mit wem die Freiheitlichen um Stimmen werben.

Heinz-Christian Strache unterstützt Parteichef Norbert Hofer und Klubchef Herbert Kickl im Wahlkampf via Facebook.

© APAHeinz-Christian Strache unterstützt Parteichef Norbert Hofer und Klubchef Herbert Kickl im Wahlkampf via Facebook.



Von Karin Leitner

Wien – Er hat es wieder getan. Heinz-Christian Strache ist auf Ibiza zugange. Wie in den Sommern davor urlaubt er dort. Als einfaches FPÖ-Mitglied. 2017 hatte er in einer Villa auf der Baleareninsel vor einer vermeintlichen russischen Oligarchin unlautere Polit-Absichten geäußert; via Video wurde das heimlich dokumentiert – und im heurigen Mai publiziert. Mit den bekannten Folgen: Strache war als Parteiobmann und Vizekanzler Geschichte; das war auch der türkis-blaue Regierungsbund.

Und so musste für den jetzigen Wahlkampf ein anderer Spitzenkandidat her. Der vormalige Verkehrsminister Norbert Hofer ist es; er führt auch die FPÖ. Formal vollzogen ist das noch nicht. Gewählt werden soll Hofer bei einem Bundesparteitag Mitte September in Graz – zwei Wochen vor der Nationalratswahl.

Fünf Millionen Euro – damit zwei weniger als gesetzlich erlaubt – haben die Freiheitlichen für den Stimmenfang budgetiert. „Wir haben also einen Puffer, weil es immer wieder Situationen gibt, in denen man kurzfristig Geld braucht, etwa Inserate schalten muss, um auf etwas zu reagieren“, sagt Generalsekretär Christian Hafenecker der Tiroler Tageszeitung. „Wir haben aus unserer Verfehlung vom vergangenen Wahlkampf gelernt. Wir werden die Grenze einhalten. Wir haben ein Controlling-System eingeführt, damit wir gemonitort haben, wie die Ausgaben der Bundesländer ausschauen.“

Zu den „klassischen Wahlkampfmitteln“ werde gegriffen: „Verteiler, Kugelschreiber, etc. Plakatwellen wird es zwei geben – eine in der ersten, eine in der zweiten Septemberhälfte.“ Was und wer auf den Sujets zu sehen sein wird, sagt Hafenecker nicht. Erneut werde zudem auf das gesetzt, „was wir können: das Engagement im Social-Media-Bereich. Es wird Video-Spots geben, den einen oder anderen auch mit einem Hauch Selbstironie.“

Spielt Strache im Wahlkampf eine Rolle? „Er arbeitet intensiv an der Aufklärung der Hintergründe zum Ibiza-Video“, sagt Hafenecker. „Im Wahlkampf hilft er uns insofern, als er über seine große Facebook-Plattform vor allem die Arbeit von Norbert Hofer und Herbert Kickl unterstützt.“ Ob Strache vor der Wien-Wahl im kommenden Jahr in die Politik zurückkehrt, gar Frontmann wird, lässt Hafenecker offen: „Es ist zuerst einmal wichtig, dass die Hintergründe von Ibiza aufgeklärt werden.“




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