Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 01.08.2019


Hintergrund

Wie viel kostete das ÖVP-Familienfest in Schönbrunn wirklich?

Das Nachhaltigkeitsministerium hat in seiner Anfragebeantwortung explizit darauf hingewiesen, nur Rechnungen bis Juni berücksichtigt zu haben.

Die Ex-ÖVP-Regierungsmitglieder Sebastian Kurz, Karoline Edtstadler, Juliane Bogner-Strauß und Elisabeth Köstinger beim Familienfest.

© APADie Ex-ÖVP-Regierungsmitglieder Sebastian Kurz, Karoline Edtstadler, Juliane Bogner-Strauß und Elisabeth Köstinger beim Familienfest.



Wien – Das von der einstigen Regierung initiierte „Familienfest“ am 1. Mai in Schönbrunn in Wien sorgte im Frühling für Aufregung. Gekommen waren zum Familienfest am Staatsfeiertag mit Sebastian Kurz, Elisabeth Köstinger, Juliane Bogner-Strauß und Karoline Edtstadler von Regierungsseite ausschließlich ÖVP-Minister. Finanziert wurde es aus Steuergeld. Zudem wurde im Juli bekannt, dass die Kosten höher waren als ursprünglich angegeben.

Das Nachhaltigkeitsministerium bezifferte die Kosten für das Fest noch im Juni mit rund 231.000 Euro. Wie im Juli nach einer parlamentarischen Anfrage bekannt geworden war, beliefen sich die Gesamtkosten bereits auf 301.000 Euro, weil 70.000 Euro vom Familienministerium zugeschossen wurden. Doch die Antwort des Nachhaltigkeitsministeriums vom Juni lässt die Möglichkeit offen, dass manche Rechnungen zum Zeitpunkt der Anfrage­beantwortung noch nicht abgerechnet waren.

Das Nachhaltigkeitsministerium hat in seiner Anfragebeantwortung explizit darauf hingewiesen, nur Rechnungen bis Juni berücksichtigt zu haben. So heißt es wörtlich: „Vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus wurden bis dato (Stand: 03. 06. 2019) Kosten in Höhe von 47.054,75 Euro abgerechnet.“ Von den „Bundesgärten wurden bis dato (Stand: 03. 06. 2019) Kosten in Höhe von 183.814,94 Euro abgerechnet“. Die TT fragte nach, ob inzwischen auch Kosten nach dem 3. 6. 2019 abgerechnet wurden. Das ist bislang unbeantwortet geblieben. Man verweist lediglich auf die Anfragebeantwortung vom Juni und eine parlamentarische Anfrage, die am 19. August beantwortet werden soll. Versuche, telefonisch Auskunft zu erhalten, und Bitten um Rückruf zur Causa sind vergeblich gewesen.