Letztes Update am Mi, 21.08.2019 13:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ibiza-Affäre

Gudenus soll vor Ibiza-Lockvogel gewarnt worden sein

Ein Unternehmer und Freund von Gudenus will den damaligen FPÖ-Klubobmann vor der angeblichen russischen Oligarchen-Nichte gewarnt haben. Doch Gudenus hat die Warnung offenbar nicht verstanden.

Das so genannte "Ibiza-Video", wovon Ausschnitte am 17. Mai veröffentlicht wurden, brachte Johann Gudenus und Heinz-Christian Strache zu Fall.

© APA/Schneider/Spiegel/SZDas so genannte "Ibiza-Video", wovon Ausschnitte am 17. Mai veröffentlicht wurden, brachte Johann Gudenus und Heinz-Christian Strache zu Fall.



Wien – Ein verhängnisvolles Treffen auf Ibiza im Juli 2017 kostete den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und den damaligen FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus gut zwei Jahre später – zumindest vorläufig – ihre politische Karriere. Letzterer hätte jedoch wenige Wochen vor der siebenstündigen Zusammenkunft mit einem Lockvogel in einer Villa auf der Baleareninsel die Reißleine ziehen können, berichtet der Kurier am Mittwoch.

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Demnach habe ein befreundeter Unternehmer den damaligen FPÖ-Klubobmann vor der vermeintlich reichen Russin gewarnt, die im Ibiza-Video als Lockvogel agiert. Die Frau hatte Interesse an Grundbesitz der Familie Gudenus im Waldviertel vorgetäuscht und war so mit Gudenus in Kontakt getreten. Der Unternehmer will dem Bericht zufolge Gudenus gegenüber Zweifel an der Geschichte der angeblichen Nichte des Oligarchen Igor Makarow geäußert haben. Er habe dem Politiker versichert, dass Makarow keine Geschwister habe und somit gar keine Nichte haben könne.

Gudenus dürfte die Warnung jedoch offenbar nicht als solche verstanden haben. „Mein Mandant hat nichts von der Intensität einer Warnung vor dieser Person wahrgenommen“, zitiert der Kurier Gudenus‘ Anwalt Heinz-Dieter Schimanko. Auch als Strache im Verlauf des Treffens stutzig wird und eine „eingefädelte Falle“ wittert, beruhigt Gudenus: „Des is ka Falle!“ (TT.com)