Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 06.09.2019


Wahl 2019

“Luisa ist hier“: Kampagne gegen Gewalt an Frauen wird ausgeweitet

Grünen-Spitzenkandidatin Barbara Neßler und Bezirkssprecherin Regina Karlen möchten auch in den Bezirken Wirte wie Pianokeller-Chef Jonas Bozkurt (v. l.) für das Luisa-Projekt gewinnen.

© TscholGrünen-Spitzenkandidatin Barbara Neßler und Bezirkssprecherin Regina Karlen möchten auch in den Bezirken Wirte wie Pianokeller-Chef Jonas Bozkurt (v. l.) für das Luisa-Projekt gewinnen.



In mehr als 60 deutschsprachigen Städten wird „Luisa ist hier", ein Sozialprojekt zur Prävention sexualisierter Gewalt und sexuellen Übergriffen im Nachtleben, bereits umgesetzt. Auch in Innsbruck.

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Das Prinzip ist einfach. Mit der Frage „Ist Luisa hier?" können sich Gäste in Nachtclubs und Lokalen diskret an das Personal wenden. Denn die Frage fungiert als Code, um bei Belästigung, Bedrohung oder Angst vor Übergriffen ohne weitere Erklärung Hilfe zu erhalten. Wie die Hilfe dann aussieht, variiert stark — vom Rufen eines Taxis bis zum Entfernen des „Belästigers" aus dem Lokal. Das Personal wird geschult, die Lokale können entsprechend gekennzeichnet werden.

„Das ist wichtig, denn wenn Frauen wissen, dass sie im Fall eines Übergriffes unkompliziert Hilfe erhalten, machen sie es auch", erklärte Barbara Neßler, Tiroler Grünen-Spitzenkandidatin zum Nationalrat, kürzlich in Reutte.

Die erste Schulungswelle hat bereits stattgefunden, eine zweite ist für November geplant. 16 Innsbrucker Lokale haben sich dem Projekt bereits angeschlossen. Dabei soll es aber nicht bleiben. „Luisa" soll auch in den ländlichen Bereich kommen. „Gerade in Après-Ski-Lokalen wäre es wichtig", so Neßler. Und Bezirkssprecherin Regina Karlen ergänzt: „Es soll keine Schuldzuweisung sein, sondern ein Bewusstsein schaffen. Je mehr mitmachen, desto mehr verbreitet sich das Anliegen."

Pianokeller-Wirt Jonas Bozkurt ist kein solcher Vorfall in seinem Lokal bekannt: „Aber ich könnte mir schon vorstellen, da mitzumachen."

Interessierte können per Mail an fred@dachsbau.club Informationen einholen. In Innsbruck werden die Schulungskosten von der Stadt getragen. Für die Gemeinden in den Regionen sollen das Land und die Wirtschaftskammer als Partner gewonnen werden. Die Gespräche laufen. (fasi)