Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 24.09.2019


Uni Innsbruck

80 Prozent Deutsche: Innsbrucker Uni-Rektor will Quote für Psychologie

Der Rektor der Universität Innsbruck fordert Zugangsregeln wie beim Medizin-Studium. Ein Mangel an Psychologen wird befürchtet.

Tilmann Märk (Rektor Uni Innsbruck): „Ich bezweifle, dass wir den Rückgang an Studenten komplett kompensieren können.“

© Thomas Boehm / TTTilmann Märk (Rektor Uni Innsbruck): „Ich bezweifle, dass wir den Rückgang an Studenten komplett kompensieren können.“



Innsbruck – 80 Prozent der Psychologiestudenten, die im Wintersemester ihr Studium an der Innsbrucker Leopold-Franzens-Universität beginnen werden, kommen, wie berichtet, aus Deutschland. Rektor Tilmann Märk sieht darin ein Problem. Eine Quotenregelung, ähnlich wie beim Studium der Humanmedizin, wäre daher „absolut wünschenswert“.

Vier von fünf Studienplätzen gingen nach dem Aufnahmetest an Deutsche. Seitens der Universität habe man auch schon mehrmals, unter anderem beim zuständigen Ministerium, auf dieses Problem hingewiesen, sagte Märk zur APA. Die hohe Anzahl an Deutschen könnte auch zu einem Mangel an Psychologen in Österreich führen, fürchten laut Märk zumindest die Innsbrucker Psychologieprofessoren, da viele der deutschen Studenten später nicht in Österreich bleiben würden. 900 Bewerber, die Mehrheit davon aus Deutschland, hatten den Aufnahmetest absolviert – die TT hat berichtet. Die Anzahl der Studienplätze sei aufgrund des großen Andrangs in den vergangenen Semestern bereits stetig erhöht worden, derzeit gebe es 260 Plätze.

Die Aufstockung der Psychologieplätze sei unter anderem aufgrund der nun umgesetzten Studienplatzfinanzierung möglich gewesen, erklärte der Rektor, der die Studienplatzfinanzierung als einen „entscheidenden Reformschritt“ bezeichnete.

Trotzdem sei die Knüpfung gewisser finanzieller Leistungen an die Anzahl der prüfungsaktiven Studenten schwierig. Da die Studentenzahl abnimmt, könnte es sein, dass die Uni Geld zurückzahlen muss. Zwar hätten Maßnahmen, die den Rückgang eindämmen sollten, gegriffen, aber, sagt Märk: „Ich bezweifle, dass wir es komplett kompensieren können.“ (TT, APA)


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