Letztes Update am Do, 26.09.2019 14:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ibiza-Affäre

Strache und Gudenus standen laut Gutachten „unmöglich“ unter Drogen

Laut Experten der Berliner Charité gibt es keine sichtbaren Anzeichen, dass die beiden FPÖ-Politiker bei dem Ibiza-Video unter Einfluss von Drogen oder K-O--Tropfen standen.

Das so genannte "Ibiza-Video", wovon Ausschnitte am 17. Mai veröffentlicht wurden, brachte Johann Gudenus und Heinz-Christian Strache zu Fall.

© APA/Schneider/Spiegel/SZDas so genannte "Ibiza-Video", wovon Ausschnitte am 17. Mai veröffentlicht wurden, brachte Johann Gudenus und Heinz-Christian Strache zu Fall.



Wien – Der frühere FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache und sein Klubobmann Johann Gudenus standen laut einem Gutachten deutscher Gerichtsmediziner bei dem Ibiza-Video, das zu ihrem Rücktritt und dann zu den Neuwahlen geführt hat, nicht unter den Einfluss von Drogen oder sogenannter K.O.-Tropfen. Das sei „unmöglich“, stellten die Experten fest.

Das Gutachten haben Michael Tsokos, Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Berliner Charité, und sein Kollege Sven Hartwig, Leiter der Charité-Abteilung Forensische Toxikologie, auf Basis des öffentlich verfügbaren, sechs Minuten langen Ibiza-Videos erstellt, es liegt der Süddeutschen Zeitung und dem Spiegel vor. Ihr Ergebnis ist eindeutig und widerspricht den Andeutungen von Strache und Gudenus: Es gebe keine sichtbaren Anzeichen für die Verabreichung sogenannter K.-o.-Mittel, berichtet die SZ.

Körpersprache und Gesprächsverhalten unauffällig

Sowohl die Körpersprache als auch das Gesprächsverhalten von Strache und Gudenus seien unauffällig, es seien keine Ausfallerscheinungen zu beobachten. Ihre Gesten seien „inhaltsbezogen und nicht übertrieben“, Wortwahl als auch Grammatik seien sogar „ausgefeilt“. Dazu komme, dass die geschilderten Sachverhalte „durchaus komplex“ seien und dann auch noch von Gudenus ins Russische übersetzt wurden. Wenn überhaupt, sei der Abend die „bsoffene Gschicht“ gewesen, die Strache genannt hatte.

Hätte man Strache und Gudenus jedoch eines der gängigen K.-o.-Mittel verabreicht, schreiben die Gutachter, wäre eine „zunehmende Ermüdung bis hin zu Benommenheit, Schläfrigkeit, Bewusstseinseintrübungen“ oder sogar „komatösen Zuständen“ zu erwarten gewesen - und zwar zeitnah. Sowohl Gudenus als auch Strache hätten aber über mehrere Stunden „keine der bekannten Ausfallerscheinungen“ gezeigt. (APA)

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