Letztes Update am Fr, 27.09.2019 22:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wahl 2019

Parteien appellieren vor Wahl: „Nützen wir die letzten 48 Stunden“

Mehr als vier Monate nach dem Platzen der türkis-blauen Koalition geht am Sonntag die Nationalratswahl über die Bühne. Parteien und Kandidaten versuchen bis zum letzten Moment, ihre Anhänger zu mobilisieren.

ÖVP-Obmann Sebastian Kurz forderte seine Anhänger und die Funktionäre auf, „alles zu geben“.

© APA/AFP/JOE KLAMARÖVP-Obmann Sebastian Kurz forderte seine Anhänger und die Funktionäre auf, „alles zu geben“.



Wien — Am Schluss geht es für alle Parteien noch einmal um die letzte Mobilisierung. „Nützen wir die letzten 48 Stunden", sagte ÖVP-Chef Sebastian Kurz, stellvertretend für alle.

Die FPÖ trat wie gewohnt am Viktor-Adler-Markt in Favoriten auf. Vor dem Hintergrund der Spesenaffäre um Ex-Parteichef Strache war die Stimmung getrübt. Doch inmitten von Favoriten hatten die Blauen ein Heimspiel. Vor einem gut gefüllten Platz machte der frühere Innenminister Herbert Kickl den „Einheizer". Er attackierte Asylwerber und die Kirche, ortete böse Kriminelle, die der FPÖ nichts Gutes wollen. Dann wurde FPÖ-Obmann Norbert Hofer auf der Bühnen mit großem Applaus empfangen. Er glaubt an einen erfolgreichen Wahlsonntag.

Video | Rede von Herbert Kickl (FPÖ)

Die ÖVP inszenierte einen Auftritt ihres Kandidaten vor der Parteizentrale. Umfragen seien das eine, sagte Kurz. Wichtig sei aber das Wahlergebnis. Und wenn SPÖ, Grüne und NEOS nur wenig zulegen, könne sich eine Mehrheit gegen die ÖVP ausgehen. Daher, so sein Appell an die Anhänger in ihren türkisen Jacken: „Noch einmal alles geben!"

Video | Rede von Sebastian Kurz (ÖVP)

Die SPÖ weihte ihr Festzelt vor der Parteizentrale in der Löwelstraße ein. Die Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner wurde bejubelt. Noch einmal ließ sie die dramatischen Ereignisse der Innenpolitik Revue passieren. Es gelte eine neuerliche „Ibiza-Koalition" zu verhindern, die in die eigene Tasche wirtschafte und die Arbeitnehmer bestrafe. Erneut stellte die SPÖ-Chefin die Menschlichkeit und das Miteinander in den Vordergrund, denn ein „gemeinsames Wir" sei besser als „Ich, Ich, Ich". Alt-Kanzler Franz Vranitzky sagte auf der Bühne zu Rendi-Wagner: „Du bist unsere neue Zeit."

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Video | Rede von Pamela Rendi-Wagner (SPÖ)

Beate Meinl-Reisinger hat am Wiener Platz der Menschenrechte die letzten Stunden des Wahlkampfs eingeläutet. „Die letzten Wochen waren geprägt von verantwortungsloser Showpolitik und inhaltsleeren Parolen. Nicht nur, dass die alten Parteien nichts aus Ibiza gelernt haben, sie haben in den letzten Tagen auch Milliarden Euro für Wahlzuckerln verteilt", rügte die NEOS-Chefin.

Video | Rede von Beate Meinl-Reisinger (NEOS)

Die Grünen trafen einander im Sigmund-Freud-Park. „Einen glaubwürdigen, engagierten, kompetenten Klimaschutz, den kriegst du in der Regel nur mit den Grünen", sagte Spitzenkandidat Werner Kogler. Zuletzt hätten die Grünen im Parlament gefehlt — viele Gesetze seien zurückgedreht worden. Und, gerichtet gegen den Ex-Parteifreund Peter Pilz: Es habe keinen Sinn, eine Partei zu wählen, die es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ins Parlament schaffe.

Video | Rede von Werner Kogler (Grüne)

Pilz gab währenddessen in seiner Rolle als Aufdecker eine Pressekonferenz. Im Visier hatte er einen angeblichen FPÖ-Mandatskauf 2017. (TT)