Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 04.10.2019


Osttirol

Vorbereitung auf Dreier-Landtag in Lienz: Bessere Hilfe bei Katastrophen

In Lienz wird der nächste Dreier-Landtag von Tirol, Südtirol und Trentino vorbereitet. Ein Antrag hat das Ziel, grenzüberschreitende Katastropheneinsätze zu erleichtern.

Vorbereitende Gespräche für den Dreier-Landtag am 16. Oktober in Meran: Die Landtagspräsidenten Walter Kaswalder (Trentino) und Josef Noggler (Südtirol) trafen sich mit der Tiroler Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann und LA Hermann Kuenz (v.l.).

© OblasserVorbereitende Gespräche für den Dreier-Landtag am 16. Oktober in Meran: Die Landtagspräsidenten Walter Kaswalder (Trentino) und Josef Noggler (Südtirol) trafen sich mit der Tiroler Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann und LA Hermann Kuenz (v.l.).



Von Catharina Oblasser

Lienz – Alle zwei Jahre halten das Bundesland Tirol sowie die italienischen Regionen Südtirol und Trentino eine gemeinsame Arbeitssitzung, den so genannten „Dreier-Landtag“, ab. Nächster Termin ist der 16. Oktober, in Meran werden sich die Landtagsvertreter der drei Regionen zusammensetzen.

Die vorbereitenden Gespräche zwischen den Landtagspräsidenten Walter Kaswalder (Trentino) und Josef Noggler (Südtirol) sowie der Tiroler Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann fanden in Lienz statt. Für Osttirol ist das eine Premiere, freut sich ÖVP-Landtagsabgeordneter Hermann Kuenz, der der interregionalen Landtagskommission angehört. In diesem Zusammenhang erinnerte Kuenz daran, dass die Trennung von Tirol und Südtirol nach dem Ersten Weltkrieg nicht nur am Brenner eine Grenze geschaffen hat, sondern auch im Pustertal.

„Bei diesem Dreier-Landtag gehen wir einen neuen Weg“, kündigt Sonja Ledl-Rossmann an. „Es wird auf der Tagesordnung drei Leitanträge geben, die von allen Regionen gemeinsam getragen werden.“ Aus Tirol kommt das Vorhaben, grenzüberschreitende Einsätze im Katastrophenfall zu erleichtern. „Eine Mure macht vor Landesgrenzen nicht Halt“, führt die Tiroler Landtagspräsidentin aus. „Da ist es wichtig, den Einsatzkräften die Arbeit zu erleichtern, zum Beispiel, wenn es um die Versicherung geht. Denn die Rechtslage ist nicht in jeder Region gleich.“ Auch beim Funk gebe es Verbesserungsbedarf. Die bereits bestehende Kooperation zwischen dem Bezirk Lienz und dem Südtiroler Pustertal gilt als mustergültiges Beispiel.

Aus Südtirol kommt der Antrag, eine gemeinsame Strategie für den Brennerkorridor zu entwickeln, sagt Josef Noggler. „Da geht es um die Brennerautobahn, die Maut und die Probleme mit dem Schwerverkehr. Das muss besprochen werden.“ Walter Kaswalder präsentiert den Antrag des Trentino: „Wir schlagen eine Veranstaltung vor, die der Bewerbung von typischen Produkten und Traditionen der drei Regionen dient“, so Kaswalder.

Der Dreier-Landtag fasst keine bindenden Beschlüsse, sondern diskutiert Themen und formuliert Anträge an die jeweiligen Landesregierungen. Schließlich haben Wien und Rom in vielen Punkten ein Wörtchen mitzureden.

Wolffreie Almen und das Rollenbild der Frau

18 Punkte. Der Dreier-Landtag am 16. Oktober in Meran behandelt insgesamt 18 Tagesordnungspunkte in sechs Sachbereichen, wie etwa Bildung, Gesundheit, Wirtschaft, Umwelt und Verkehr.

Wolffrei. Ein Antrag im Bereich Umwelt und Verkehr hat „Wolffreie Almgebiete in der Europaregion Tirol" zum Thema. Ein anderer heißt: „Es geht auch ohne. Europaregion autofrei erreichbar."

Bild der Frau. Im Bereich Bildung, Familie, Jugend und Arbeit wird eine Studie betreffend das Rollenbild der Frau in der Europaregion in einem Antrag behandelt. Weiters geht es um die Anerkennung von Universitäts-, Hochschul- und Fachschulabschlüssen.

Spezialisiert. Die Einrichtung hoch spezialisierter Krankenhausabteilungen wird im Bereich Gesundheit thematisiert.