Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.10.2019


Statistik

Mindestsicherung: Armut in Tirol betrifft vor allem Kinder

Zahl der Mindestsicherungsbezieher ist rückläufig. Tirol hat jedoch einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern in der Mindestsicherung.

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Wien – Die Mindestsicherung gilt als Schutz gegen die Armut. Die Zahl der Personen, die Mindestsicherung beziehen, ist im Jahr 2018 erstmals seit 2012 wieder geschrumpft. Das teilte die Statistik Austria am Freitag mit. Nach starken Zuwächsen bis 2016 und einer Stagnation im Jahr 2017 bezogen 2018 mit 289.646 Personen um 5,9 Prozent weniger Menschen die Mindestsicherung als im Jahr davor. Knapp die Hälfte aller Bezieher waren österreichische Staatsbürger.

Der Rückgang der Mindestsicherungsbezieher war mit Ausnahme von Kärnten in allen Bundesländern zu beobachten und reichte von minus 3,3 Prozent in Vorarlberg bis minus 13,7 Prozent im Burgenland.

Der Anteil an der Mindestsicherung in der Tiroler Bevölkerung beträgt 1,7 Prozent. Der Bundesländerdurchschnitt betrug hingegen 2,5 Prozent. Die größte Personengruppe in der Mindestsicherung waren Kinder mit einem Anteil von 36 Prozent. Einen überdurchschnittlich hohen Kinderanteil hat Tirol mit 44 Prozent.

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„70.000 Kinder leben in Familien mit Mindestsicherung“, zeigte sich die Armutskonferenz am Freitag schockiert von den aktuellen Zahlen der Statistik Austria. Die starke Benachteiligung der Kinder werde deutlich sichtbar – mit allen negativen Auswirkungen auf Zukunftschancen, Bildung und Gesundheit. „Unser Ziel muss sein, Existenz und Chancen zu sichern, nicht Leute weiter in den Abgrund zu treiben“, stellte das Netzwerk aus Sozialeinrichtungen, Selbsthilfegruppen und Hilfsorganisationen Österreichs angesichts der zuletzt beschlossenen Kürzungen fest. (TT)

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