Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 22.10.2019


Innenpolitik

Streit um Facebook-Seite: Strache attackiert FPÖ-Spitze

Dass die Partei die Facebook-Seite ihres Ex-Chefs offline genommen hat, missfällt diesem.

Nach der Spesenaffäre wurden Heinz-Christian Strache die Administrationsrechte für seine Facebook-Seite entzogen.

© APANach der Spesenaffäre wurden Heinz-Christian Strache die Administrationsrechte für seine Facebook-Seite entzogen.



Von Serdar Sahin

Wien – Die FPÖ hat die Facebook-Seite ihres Ex-Parteichefs Heinz-Christian Strache und auch jene seiner Frau Philippa am Wochenende offline genommen. Strache missfällt das. Auf seiner privaten Facebook-Seite kritisiert er die Entscheidung und attackiert die FPÖ-Spitze verbal.

Unter einem von ihm geteilten Posting schreibt Strache: „Die neue FPÖ-Funktionärsebene hat meine HC-Strache-Facebook-Fanseite, mein Instagram, meinen Twitter-Account und die Facebook-Fanseite meiner Frau Philippa und ihre Instagram-Seite stillgelegt! Sippenhaftung wird bei dieser neuen FPÖ-Funktionärsspitze modern. Traurig!“

Wohl in Richtung Hofer, Kickl, Hafenecker und Co. befindet Strache: „Die aktuell gelebte Zensur der FPÖ-Funktionärsspitze durch die Stilllegung meiner persönlich aufgebauten HC-Strache-Seite – in einem aufrechten juristischen Klärungsprozess – ist jedenfalls nicht im Sinne der Freiheitlichen Gemeinschaft und auch nicht im Sinne unserer Freiheitsideale! Es lebe die Meinungsvielfalt, die Meinungsfreiheit und der Mut zur freien Rede!“

Die FPÖ wollte auf TT-Anfrage nichts zu Straches Vorwürfen sagen. Dort verwies man auf die Aussendung vom Freitag, wonach die Seiten Eigentum der FPÖ seien und die Administrationsrechte aus rechtlichen Gründen nicht auf Strache übertragen werden könnten.

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Die nun stillgelegte Facebook-Seite von Strache hatte zuletzt noch 786.000 Abonnenten – und war damit lange der größte politische Face­book-Account Österreichs. Zuletzt wurde er aber von der Seite von ÖVP-Obmann Sebastian Kurz überholt.

Um Straches Seite wird bereits seit einiger Zeit gestritten. Strache hatte der FPÖ bis vergangenen Freitag ein Ultimatum gestellt: Entweder bekomme er die Zugangsdaten für seine von der Partei betriebene Seite – oder sein Anwalt werde die FPÖ klagen. Auch dazu will sich diese nicht weiter äußern.


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