Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 03.11.2019


Innenpolitik

AK-Chefin Renate Anderl: „Die SPÖ muss wieder geschlossen auftreten“

AK-Chefin Renate Anderl (r.) verwahrt sich gegen Kritik an SPÖ-Frontfrau Rendi-Wagner.

© APAAK-Chefin Renate Anderl (r.) verwahrt sich gegen Kritik an SPÖ-Frontfrau Rendi-Wagner.



Turbulent ist es bei den Roten nach der Nationalratswahl gewesen. Das historisch schlechteste Resultat — 21,2 Prozent der Stimmen — führte zu Verwerfungen; auch öffentlich wurde gestritten. Die Chefin der Arbeiterkammer, die Sozialdemokratin Renate Anderl, hat hingegen viel Zuspruch bekommen. Bei der Wahl der Interessenvertretung hat ihre Fraktion die absolute Mehrheit ausgebaut; mehr als 60 Prozent haben für diese votiert.

Rühren die Probleme der SPÖ daher, dass sie keine „Erzählung" hat, wie auch Genossen meinen? „Die Mitglieder teilen diese Einschätzung. Die Themen kommen nicht so richtig an", befand Anderl in Ö1. „Die SPÖ muss wieder als geschlossene Kraft auftreten."

Gegen Kritik an der Parteichefin verwahrt sie sich. Mit Pamela Rendi-Wagner habe die Sozialdemokratie „eine ganz tolle Parteivorsitzende", diese sei „selbstverständlich die richtige Frau an der richtigen Stelle". Sie habe eine Aufgabe übernommen, die keiner gewollt habe; da habe es von anderen geheißen: „Bitte nicht!" Rendi-Wagner allein kann es aus Anderls Sicht aber nicht richten: „Die Partei muss dafür sorgen, dass auch das Umfeld passt. Da fehlt noch einiges dazu."

Den Auftrag mitzuregieren sieht Anderl im Wahlresultat für die SPÖ nicht; das sei nicht das, was gewünscht werde. Sie ortet aber auch eine Chance für die einstige Großpartei: „Sie startet neu durch, sie macht Reformen. Und ich bin davon überzeugt, dass sie die richtigen Maßnahmen setzen wird. Daher kann es jetzt nur noch bergauf gehen."

Im Nationalratswahlkampf sei sie gefragt worden, ob sie für die SPÖ kandidieren wolle; sie habe das Angebot abgelehnt, weil sie weiterhin überparteilich für die Arbeitnehmer „unterwegs sein" wolle. (kale)




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